WHR berechnen
Dein Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) mit den WHO-Grenzwerten für Männer und Frauen, dazu Taillenumfang und Taille-Größe-Verhältnis. Direkt im Browser, ohne Anmeldung.
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So funktioniert der Rechner
Der BMI sagt dir, wie schwer du im Verhältnis zur Größe bist, aber nicht, wo das Körperfett sitzt. Gerade das Fett am Bauch, im Fachbegriff das viszerale Fett, gilt als besonders ungünstig für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel. Das Taille-Hüft-Verhältnis (englisch Waist-Hip Ratio, kurz WHR) misst genau das: Du teilst deinen Taillenumfang durch den Hüftumfang. Je höher der Wert, desto stärker ist das Fett am Bauch betont.
Der Rechner nennt dir drei Werte. Das ist erstens das WHR mit der Einordnung nach den Grenzwerten der WHO. Zweitens bekommst du den Taillenumfang allein, ebenfalls mit WHO-Schwellen. Drittens, wenn du deine Körpergröße angibst, das Taille-Größe-Verhältnis, das die britische Leitlinie NICE als einfachen Risikoindikator verwendet. Zusammen ergeben sie ein deutlich genaueres Bild als der BMI allein.
Stehend, entspannt, nach dem Ausatmen: auf halber Strecke zwischen unterer Rippe und Beckenkamm.
An der breitesten Stelle des Gesäßes, das Maßband läuft waagerecht um den Körper.
Der Rechner teilt Taille durch Hüfte und ordnet das Ergebnis nach den WHO-Grenzwerten ein.
Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser. Deine Maße werden weder übertragen noch gespeichert.
Die Formeln
Taille-Größe-Verhältnis = Taillenumfang ÷ Körpergröße Beide Maße in derselben Einheit (cm) · Grenzwerte: WHO (2011) und NICE NG246 (2025)
Beide Verhältnisse sind einheitenlos, deshalb spielt es keine Rolle, ob du in Zentimetern oder Zoll misst, solange alle Werte dieselbe Einheit haben.
Beispielrechnung
Ein Mann mit 86 cm Taille, 100 cm Hüfte und 178 cm Körpergröße:
Das WHR liegt unter der WHO-Grenze von 0,90, der Taillenumfang unter 94 cm und das Taille-Größe-Verhältnis unter 0,5. Alle drei Werte sprechen für ein unauffälliges Verteilungsmuster des Körperfetts.
So misst du richtig
Die Messung entscheidet über die Aussagekraft. Schon wenige Zentimeter Abweichung verschieben das Ergebnis, vor allem beim Taillenumfang. Die WHO beschreibt ein festes Messprotokoll, das du zu Hause einfach nachmachen kannst:
- Haltung: aufrecht stehen, die Füße dicht beieinander, die Arme locker an der Seite, das Gewicht gleichmäßig verteilt.
- Kleidung: möglichst direkt auf der Haut oder über dünner Kleidung messen.
- Taille: auf halber Strecke zwischen dem unteren Rand der letzten tastbaren Rippe und dem oberen Rand des Beckenkamms, am Ende einer normalen Ausatmung. Nicht den Bauch einziehen.
- Hüfte: um die breiteste Stelle des Gesäßes, das Maßband parallel zum Boden.
- Maßband: eng anliegend, aber ohne ins Gewebe zu drücken.
Miss jeweils zweimal. Weichen die Werte um mehr als einen Zentimeter voneinander ab, miss noch einmal und nimm den Mittelwert.
Die Grenzwerte der WHO
Die WHO hat 2008 einen Expertenkreis zu diesem Thema einberufen, der Bericht erschien 2011. Er nennt die Grenzwerte, ab denen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes erhöht ist. Die Taillenwerte gelten für Menschen europäischer Herkunft.
| Maß | Männer | Frauen | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Taillenumfang | ab 94 cm | ab 80 cm | erhöhtes Risiko |
| Taillenumfang | ab 102 cm | ab 88 cm | deutlich erhöhtes Risiko |
| Taille-Hüft-Verhältnis | ab 0,90 | ab 0,85 | deutlich erhöhtes Risiko |
Für das Taille-Größe-Verhältnis verwendet die britische NICE-Leitlinie einfache Bereiche, die für beide Geschlechter gelten: 0,4 bis 0,49 gilt als unauffällig, 0,5 bis 0,59 als erhöhtes und ab 0,6 als hohes Risiko. Die Faustregel dahinter: Der Taillenumfang sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen.
Warum Bauchfett mehr zählt als das Gewicht
Fett ist nicht gleich Fett. Fett unter der Haut an Hüfte und Oberschenkeln verhält sich stoffwechselmäßig weniger auffällig als Fett im Bauchraum, das die inneren Organe umgibt. Dieses viszerale Fett ist hormonell aktiv und steht in Studien mit höherem Blutdruck, ungünstigen Blutfettwerten und einem höheren Diabetesrisiko in Verbindung. Zwei Menschen mit demselben BMI können deshalb ein sehr unterschiedliches Risiko haben, je nachdem, wo das Fett sitzt.
Das erklärt, warum Taillenmaße den BMI sinnvoll ergänzen. Eine große Übersichtsarbeit mit mehr als 300.000 Teilnehmenden fand, dass das Taille-Größe-Verhältnis Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen besser vorhersagte als der BMI. Das WHR bezieht zusätzlich die Hüfte ein und zeigt damit auch, wie sich das Fett zwischen Bauch und Hüfte verteilt.
Grenzen der Aussagekraft
Die Werte sind Orientierungshilfen für Erwachsene, keine Diagnose. Mehrere Dinge schränken sie ein:
- Ethnische Herkunft: Die Taillenwerte der WHO gelten für Europäerinnen und Europäer. Für andere Bevölkerungsgruppen liegen die Schwellen teils niedriger.
- Kinder, Jugendliche und Schwangere: Für sie sind die Erwachsenen-Grenzwerte nicht gedacht.
- Körperbau und Alter: Sehr kleine oder sehr große Menschen, ausgeprägte Muskulatur oder Veränderungen im Alter können die Einordnung verschieben.
- Einzelmessung: Ein einzelner Wert sagt wenig. Aussagekräftiger ist der Verlauf über Wochen mit stets gleicher Messtechnik.
Liegen deine Werte im auffälligen Bereich, ist das kein Grund zur Sorge, aber ein guter Anlass, bei der nächsten Gelegenheit mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über Blutdruck, Blutzucker und Blutfette zu sprechen.
Was kannst du beeinflussen?
Am besten belegt ist Bewegung. Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche, dazu an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Übungen. Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Bewegung das Bauchfett auch dann verringern kann, wenn das Körpergewicht kaum sinkt. Wie viel Energie du dabei und im Alltag verbrauchst, zeigt dir der Kalorienbedarf-Rechner. Den Fettanteil deines Körpers schätzt der Körperfett-Rechner aus Körperumfängen und Größe.
Häufige Fehler beim Messen
Bauch einziehen oder ausstreckenDie Taille fällt dann deutlich kleiner oder größer aus und verfälscht das Verhältnis.
Entspannt nach dem Ausatmen messenNormale Haltung, am Ende einer normalen Ausatmung, das Maßband locker aber ohne Durchhängen.
Taille an der Hosenbund-Linie messenDer Hosenbund liegt je nach Schnitt unterschiedlich hoch und ist kein fester Messpunkt.
Zwischen Rippe und BeckenkammDer Punkt auf halber Strecke ist reproduzierbar und entspricht dem WHO-Protokoll.
Nur einmal messenSchon wenige Millimeter Unterschied verändern das Ergebnis, ohne dass du es merkst.
Zweimal messen, Mittelwert nehmenWeichen die Werte um mehr als einen Zentimeter ab, noch einmal messen.
Hinweis: Die Werte sind Orientierungshilfen aus der Bevölkerungsforschung und kein Befund. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.
Nicht nur das Gewicht, sondern wo das Fett sitzt, bestimmt das Risiko: Der Taillenumfang sollte unter der Hälfte deiner Körpergröße liegen, das WHR bei Männern unter 0,90 und bei Frauen unter 0,85.
Der Körperfett-Rechner schätzt deinen Fettanteil nach der US-Navy-Methode aus Umfängen und Körpergröße.
Der Kalorienbedarf-Rechner nennt deinen Tagesumsatz und die Zielkalorien.
Der Idealgewicht-Rechner stellt BMI, Broca und weitere Formeln nebeneinander.
Häufige Fragen
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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Quellen
- WHO (2011): Waist Circumference and Waist–Hip Ratio: Report of a WHO Expert Consultation, Geneva, 8–11 December 2008
- NICE (2025): Overweight and obesity management (NG246) – Taille-Größe-Verhältnis
- Ashwell M, Gunn P, Gibson S (2012): Waist-to-height ratio is a better screening tool than waist circumference and BMI for adult cardiometabolic risk factors. Obes Rev 13(3):275-286
- WHO (2020): Guidelines on physical activity and sedentary behaviour