Kalorienbedarf berechnen
Dein täglicher Energiebedarf nach Mifflin-St Jeor – der Formel, die die US-Ernährungsakademie für die Praxis empfiehlt. Direkt im Browser, ohne Anmeldung.
Kalorien zählen funktioniert nur mit Wiegen. Hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Der Kalorienbedarf-Rechner ermittelt in zwei Schritten, wie viel Energie du am Tag verbrauchst – deinen Gesamtumsatz (englisch TDEE, Total Daily Energy Expenditure). Auf diesen Wert baut jede Ernährungsplanung auf, egal ob du abnehmen, dein Gewicht halten oder Muskeln aufbauen willst.
Aus diesen vier Werten berechnet der Rechner zunächst deinen Grundumsatz.
Der Grundumsatz wird mit einem Faktor (PAL) multipliziert, der deine Alltags- und Trainingsbewegung abbildet.
Du erhältst deinen Gesamtumsatz plus drei Zielwerte: zum Abnehmen, zum Halten und zum Aufbauen.
Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser. Deine Eingaben werden weder übertragen noch gespeichert.
Die Formel dahinter
Der Rechner nutzt die Mifflin-St-Jeor-Formel – sie gilt seit den 1990er-Jahren als Standard und trifft den tatsächlichen Grundumsatz bei den meisten Erwachsenen genauer als die ältere Harris-Benedict-Gleichung. Zuerst wird der Grundumsatz (BMR) bestimmt, dann mit dem Aktivitätsfaktor zum Gesamtumsatz hochgerechnet:
Gesamtumsatz = BMR × PAL s = +5 für Männer, −161 für Frauen · Mifflin et al., 1990
In Worten: Multipliziere dein Gewicht in Kilogramm mit 10, addiere das 6,25-Fache deiner Größe in Zentimetern, ziehe das Fünffache deines Alters ab und rechne bei Männern 5 dazu, bei Frauen 161 ab. Das Ergebnis ist dein Grundumsatz; mal dem Aktivitätsfaktor ergibt sich der Tagesbedarf.
Beispielrechnung
Ein 30-jähriger Mann, 178 cm groß und 75 kg schwer, mit Aktivitätslevel „aktiv“ (PAL 1,55):
BMR = 750 + 1.112,5 − 150 + 5 = 1.718 kcal; Gesamtumsatz = 1.718 × 1,55 = 2.663 kcal / Tag. Zum Abnehmen zieht man rund 500 kcal ab (etwa 2.163 kcal), zum Aufbauen legt man rund 300 kcal drauf (etwa 2.963 kcal).
Zweites Beispiel: 35-jährige Frau
Eine 35-jährige Frau, 170 cm groß und 70 kg schwer, mit überwiegend sitzendem Alltag und zwei Trainingseinheiten pro Woche (PAL 1,375):
BMR = 700 + 1.062,5 − 175 − 161 = 1.427 kcal; Gesamtumsatz = 1.427 × 1,375 = 1.962 kcal / Tag. Sie verbraucht also rund 700 kcal weniger am Tag als der Mann aus dem ersten Beispiel – ein normaler Unterschied, der sich aus dem niedrigeren Gewicht, der geringeren Größe und vor allem aus dem Geschlechtsfaktor (Frauen haben im Schnitt mehr Körperfett und weniger Muskelmasse) ergibt. Zum Abnehmen landet sie bei etwa 1.500 kcal, was sich gut mit einem proteinreichen Speiseplan umsetzen lässt, ohne ständig hungrig zu sein.
Grundumsatz, Leistungsumsatz, Gesamtumsatz: die Bausteine
Dein Tagesverbrauch setzt sich aus vier Teilen zusammen. Wer sie kennt, versteht, warum der PAL-Faktor so wichtig ist und wo sich tatsächlich Energie einsparen oder zusätzlich verbrennen lässt.
- BMRGrundumsatz
- Macht 60–70 % aus. Das ist die Energie für Herz, Atmung, Gehirn und Zellerhalt – auch wenn du den ganzen Tag im Bett bleibst. Er hängt vor allem von der fettfreien Masse ab.
- NEATAlltagsbewegung
- Jede Bewegung außerhalb des Sports: Gehen, Stehen, Treppen, Hausarbeit, Zappeln. Der NEAT schwankt zwischen Menschen um mehrere Hundert Kalorien und ist der größte beeinflussbare Posten.
- EATSport
- Der bewusste Trainingsverbrauch. Oft überschätzt – eine Stunde Joggen bringt grob 500–700 kcal, weniger als viele glauben.
- TEFNahrungsverwertung
- Rund 10 % des Verbrauchs gehen für die Verdauung selbst drauf. Eiweiß kostet dabei am meisten Energie, weshalb proteinreiche Kost beim Abnehmen doppelt hilft.
Der Rechner fasst NEAT, EAT und TEF im PAL-Faktor zusammen. Genau deshalb steckt im Aktivitätslevel die größte Unsicherheit – und der größte Hebel, deinen Verbrauch ohne Diät zu steigern: mehr Alltagsbewegung wirkt oft stärker als eine zusätzliche Sporteinheit.
So wählst du den richtigen Aktivitätsfaktor
Der häufigste Fehler beim Kalorienrechnen ist nicht die Formel – es ist ein zu hoch gegriffener PAL-Wert. Drei Krafteinheiten pro Woche machen aus einem Bürojob noch kein „sehr aktiv“. Entscheidend ist, was du in den restlichen 165 Stunden der Woche tust.
| Profil | PAL | Typisches Beispiel |
|---|---|---|
| Sitzend | 1,2 | Büro, Auto, Feierabend auf dem Sofa |
| Leicht aktiv | 1,375 | Büro + 1–3 Trainingseinheiten/Woche |
| Aktiv | 1,55 | Büro mit Alltagsbewegung + 3–5 Einheiten |
| Sehr aktiv | 1,725 | Stehender Beruf + 6–7 Einheiten |
| Extrem aktiv | 1,9 | Körperliche Arbeit + tägliches Training |
Im Zweifel: Nimm den niedrigeren Faktor und beobachte zwei Wochen lang Gewicht und Energie. Bleibt das Gewicht stabil, hast du deinen Erhaltungsbedarf gefunden – ab da sind Abnehmen und Aufbauen nur noch eine Frage von ein paar Hundert Kalorien.
Was bedeutet mein Ergebnis?
Dein Gesamtumsatz ist die Menge Energie, die du verbrauchst, ohne zu- oder abzunehmen. Daraus leiten sich deine Ziele ab:
- Abnehmen
Iss rund 300–500 kcal weniger als deinen Gesamtumsatz. Das ergibt etwa 0,3–0,5 kg Gewichtsverlust pro Woche – nachhaltig und ohne starken Muskelverlust.
- Gewicht halten
Iss ungefähr deinen Gesamtumsatz. Schwankungen von ±100 kcal sind normal und fallen über die Woche kaum ins Gewicht.
- Aufbauen
Iss rund 200–400 kcal mehr. Ein moderater Überschuss versorgt den Muskelaufbau, ohne dass übermäßig Fett mitwächst.
Iss nie dauerhaft unter deinem Grundumsatz. Sehr große Defizite kosten Muskelmasse, Leistung und Laune – und der Körper fährt seinen Verbrauch herunter, sodass die Waage trotzdem stehen bleibt.
Wie viel Defizit ist sinnvoll?
Ein Kilogramm Körperfett speichert rund 7.000 kcal. Wer also täglich 500 kcal einspart, verliert über sieben Tage etwa ein halbes Kilo Fett – die Faustregel hinter jeder seriösen Diät. Größer ist nicht besser: Ab einem Defizit von mehr als 20–25 % unter dem Gesamtumsatz steigt der Muskelverlust, die Trainingsleistung bricht ein und der Heißhunger wächst.
Als grobe Staffelung hat sich bewährt: ein moderates Defizit von 300–500 kcal für die meisten, bis zu 750 kcal nur bei deutlichem Übergewicht und unter guter Eiweißversorgung. Je näher du an deinem Wunschgewicht bist, desto kleiner sollte das Defizit werden – die letzten Kilos brauchen Geduld, kein Hungern. Ein wöchentlicher Verlust von 0,5–1 % des Körpergewichts ist die nachhaltige Zielgröße.
Genauso wichtig ist, was du isst, nicht nur wie wenig. Reichlich Protein schützt die Muskulatur im Defizit, sättigt gut und erhöht über den TEF sogar den Verbrauch. Krafttraining liefert dem Körper zusätzlich den Reiz, die Muskelmasse trotz Energieknappheit zu behalten.
Der Proteinbedarf-Rechner schützt im Defizit deine Muskulatur und sättigt besser.
Warum sich auf der Waage trotz Defizit nichts tut
Kaum etwas frustriert mehr als ein sauber eingehaltenes Defizit ohne Bewegung auf der Waage. Meist steckt keine kaputte Formel dahinter, sondern einer dieser Gründe:
- Wassereinlagerungen
Stress, Salz, der weibliche Zyklus oder ein hartes Training binden kurzfristig Wasser und überdecken den Fettverlust. Über zwei bis drei Wochen gemittelt zeigt sich der echte Trend.
- Unterschätzte Aufnahme
Ohne Wiegen schleichen sich schnell ein paar Hundert Kalorien ein – Öl in der Pfanne, ein Schluck Saft, der Restbissen vom Teller der Kinder. Das ist die häufigste Ursache.
- Adaptive Thermogenese
Bei längerer Diät fährt der Körper den Verbrauch leicht herunter (weniger NEAT, sparsamerer Stoffwechsel). Ein eingebauter Refeed-Tag oder eine Diätpause kann das abmildern.
- Muskelaufbau bei Einsteigern
Wer neu mit Krafttraining beginnt, baut anfangs zugleich Muskeln auf und Fett ab – die Waage bleibt stehen, obwohl die Körperkomposition sich verbessert. Maßband und Spiegel sind dann ehrlicher.
Kalorienbedarf bei Muskelaufbau
Für Muskelaufbau brauchst du einen Überschuss – aber einen kleinen. Mehr Kalorien bedeuten nicht mehr Muskeln, sondern ab einem gewissen Punkt nur mehr Fett. 200–400 kcal über dem Gesamtumsatz reichen aus, damit der Körper genug Baumaterial hat, ohne dass die Fettzunahme überhandnimmt („lean bulk“).
Realistisch sind für trainierte Männer rund 0,25 kg Zuwachs pro Woche, für Frauen etwa die Hälfte. Anfänger und Wiedereinsteiger legen schneller zu. Stagniert das Gewicht über zwei Wochen trotz Training, erhöhe den Überschuss um 100–150 kcal – und lege den Schwerpunkt auf ausreichend Protein und progressives Krafttraining, denn der Überschuss allein baut keine Muskeln.
Mifflin oder Harris-Benedict?
Es gibt mehrere Formeln für den Grundumsatz. Die beiden bekanntesten sind Mifflin-St Jeor und Harris-Benedict. Studien zeigen klar: Mifflin-St Jeor ist im Durchschnitt genauer und liegt bei rund 70 % der Menschen innerhalb von 10 % des gemessenen Werts. Die revidierte Harris-Benedict-Formel überschätzt den Bedarf bei vielen leicht.
Mifflin-St Jeor
- Im Durchschnitt genauer als Harris-Benedict
- Trifft bei rund 70 % innerhalb von 10 % des Messwerts
- Ohne Körperfettanteil weniger präzise bei Muskulösen
Für dich, wenn: du eine verlässliche Alltagsformel ohne Körperfettmessung willst.
Harris-Benedict
- Lange etablierter Klassiker
- Überschätzt den Bedarf bei vielen leicht
- Im Mittel ungenauer als Mifflin-St Jeor
Für dich, wenn: du Werte mit älteren Quellen vergleichen willst.
Kennst du deinen Körperfettanteil, ist die Katch-McArdle-Formel noch präziser, weil sie nur die fettfreie Masse zugrunde legt – muskulöse Menschen werden so realistischer erfasst. Für den Alltag reicht Mifflin-St Jeor aber völlig aus; die Feinjustierung passiert ohnehin über die Beobachtung der eigenen Gewichtsentwicklung.
Verändert sich der Bedarf mit dem Alter?
Ja, aber langsamer als oft gedacht. Lange galt der Stoffwechsel ab 30 als jährlich sinkend; neuere Daten (Pontzer et al., 2021) zeigen ein anderes Bild: Der auf die fettfreie Masse bezogene Verbrauch bleibt zwischen etwa 20 und 60 Jahren bemerkenswert stabil und fällt erst danach um rund 0,7 % pro Jahr. Was sich verändert, ist meist die Körperzusammensetzung – ohne Krafttraining schmilzt Muskelmasse, und mit ihr sinkt der Grundumsatz.
Praktisch heißt das: Der scheinbar „langsamere“ Stoffwechsel im mittleren Alter ist überwiegend ein Bewegungs- und Muskelthema, kein unvermeidliches Schicksal. Wer Muskeln hält und im Alltag aktiv bleibt, hält auch seinen Bedarf hoch. Genau deshalb lohnt es sich, den Wert alle paar Jahre – und nach jeder größeren Gewichtsänderung – neu zu berechnen, statt einmal im Leben eine feste Kalorienzahl festzulegen.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
PAL zu hoch ansetzenDer Klassiker. Wer den Sport doppelt zählt (einmal im PAL, einmal als Extra-Verbrauch), überschätzt seinen Bedarf deutlich.
Sport nur einmal zählenDen PAL realistisch wählen und Trainingsverbrauch nicht zusätzlich draufrechnen.
Getränke und Snacks vergessenLatte, Saft, eine Handvoll Nüsse: Solche Kleinigkeiten summieren sich schnell auf mehrere Hundert Kalorien am Tag.
Kleinigkeiten mitzählenAuch Getränke und Snacks erfassen – sie machen den Unterschied über den Tag.
Zu selten neu rechnenPro 5 kg Gewichtsveränderung wandert dein Bedarf mit. Auch nach Trainingsumstellung oder längeren Pausen lohnt sich eine neue Berechnung.
Regelmäßig neu berechnenNach jeweils 5 kg, nach Trainingsumstellung und nach längeren Pausen den Wert aktualisieren.
Tag für Tag zu streng seinEntscheidend ist der Wochenschnitt, nicht der einzelne Tag. Ein Schummeltag kippt deinen Fortschritt nicht, eine ganze Schummelwoche schon.
Auf den Wochenschnitt achtenEin einzelner Schummeltag ist egal – die Bilanz über die ganze Woche zählt.
Die Formel liefert nur einen Startwert – die wahre Größe ist dein Aktivitätsfaktor, und der echte Erhaltungsbedarf zeigt sich erst über zwei Wochen auf der Waage.
Rechne nach jeder größeren Veränderung neu – und nutze für die Feinverteilung von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett im Anschluss unseren Makro-Rechner oder den Grundumsatz-Rechner für den Vergleich aller drei Formeln.
Der Makro-Rechner teilt deinen Bedarf auf Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf.
Der Grundumsatz-Rechner stellt Mifflin, Harris-Benedict und Katch-McArdle gegenüber.
Häufige Fragen
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Was dein Körper in völliger Ruhe verbrennt.
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Protein, Carbs und Fett passend zu deinem Ziel.
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Gramm pro Tag, abgestimmt auf dein Training.
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Broca, Devine, BMI und Creff im Vergleich.
Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Quellen
- Mifflin MD, St Jeor ST et al. (1990): A new predictive equation for resting energy expenditure. Am J Clin Nutr 51(2):241-247
- Frankenfield D et al. (2005): Comparison of predictive equations for resting metabolic rate. J Am Diet Assoc 105(5):775-789
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Richtwerte für die Energiezufuhr (PAL-Werte)