Proteinbedarf berechnen
Wie viel Eiweiß brauchst du wirklich? Berechnet nach Körpergewicht und Ziel – von der DGE-Basis bis zum Muskelaufbau. Direkt im Browser.
Praktische Eiweißquelle für unterwegs – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Der Proteinbedarf-Rechner verknüpft dein Körpergewicht mit deinem Trainingsziel. Daraus ergibt sich, wie viel Eiweiß du pro Tag essen solltest – angegeben in Gramm und in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Dein aktuelles Gewicht ist die Basis der Berechnung.
Von der DGE-Basis bis zum Muskelaufbau.
Samt sinnvoller Spanne.
Die Formel
In Worten: Multipliziere dein Körpergewicht in Kilogramm mit dem Faktor, der zu deinem Ziel passt. Der Faktor reicht von 0,8 g/kg (reine Erhaltung ohne Sport) bis rund 2,2 g/kg (Muskelaufbau oder Muskelschutz in der Diät).
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Eine 65 kg schwere Frau trainiert dreimal pro Woche Kraft und möchte Muskeln aufbauen (Faktor 1,8 g/kg):
Protein = 65 × 1,8 = 117 g/Tag; auf 4 Mahlzeiten = rund 29 g pro Mahlzeit. Sie braucht also etwa 117 g Eiweiß täglich. Das klingt nach viel, ist aber gut machbar: 150 g Magerquark (rund 18 g), zwei Eier (13 g), eine Hähnchenbrust (40 g) und eine Portion Linsen (15 g) bringen zusammen schon über 85 g – den Rest decken Beilagen, Milchprodukte und Vollkornprodukte über den Tag.
Wie viel Eiweiß für welches Ziel?
| Ziel | g/kg | Beispiel 75 kg |
|---|---|---|
| Erhaltung (DGE) | 0,8 | 60 g |
| Freizeitsport | 1,2–1,6 | 90–120 g |
| Muskelaufbau | 1,6–2,2 | 120–165 g |
| Diät + Krafttraining | 2,0–2,4 | 150–180 g |
Bei deutlichem Übergewicht beziehst du die Menge besser auf dein Zielgewicht statt aufs Ist-Gewicht, sonst wird der Wert unnötig hoch.
Timing und Verteilung über den Tag
Wichtiger als der exakte Einnahmezeitpunkt ist die Gesamtmenge über den Tag. Trotzdem lohnt es sich, das Protein auf 3–4 Mahlzeiten mit je 20–40 g zu verteilen: Die Muskelproteinsynthese wird durch jede ausreichend große Eiweißportion erneut angeregt. Eine einzelne riesige Portion bringt dagegen keinen Zusatznutzen, weil der Körper überschüssiges Protein nicht „auf Vorrat“ in Muskeln einlagert.
Das berühmte „anabole Fenster“ direkt nach dem Training ist deutlich größer als lange behauptet – eine eiweißreiche Mahlzeit in den Stunden um die Einheit reicht völlig. Wer abends lange nichts isst, kann von einer langsam verdaulichen Quelle (z. B. Quark oder Casein) vor dem Schlafen profitieren.
Wie viel Protein pro Mahlzeit?
Pro Mahlzeit kann der Körper rund 20–40 g Protein besonders effektiv für den Muskelaufbau nutzen – die Muskelproteinsynthese wird dann maximal angeregt. Größere Einzelportionen sind nicht „verschwendet“ (das Eiweiß wird trotzdem verwertet, etwa für andere Körperfunktionen), bringen für den reinen Muskelaufbau aber keinen linearen Zusatznutzen. Deshalb ist die Verteilung auf mehrere Mahlzeiten sinnvoller als eine einzelne Riesenportion.
Die optimale Portionsgröße hängt auch von der Körpergröße und Muskelmasse ab: Eine 90-kg-Person nutzt eher 40 g, eine 55-kg-Person eher 20–25 g pro Mahlzeit. Als Faustregel funktionieren drei bis vier proteinbetonte Mahlzeiten im Abstand von einigen Stunden für die meisten am besten.
Ist zu viel Protein schädlich?
Für gesunde Menschen gilt eine hohe Eiweißzufuhr nach aktueller Studienlage als unbedenklich. Der verbreitete Mythos, Protein schade den Nieren, stammt aus Untersuchungen an Menschen mit bestehender Nierenerkrankung – bei gesunden Nieren ist auch eine Zufuhr von über 2 g/kg über lange Zeiträume nicht mit Schäden verbunden. Wichtig ist, bei hoher Eiweißzufuhr ausreichend zu trinken und auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung zu achten.
Wer eine Nierenerkrankung, Leberprobleme oder andere Vorerkrankungen hat, sollte die Eiweißmenge ärztlich abklären. Für alle anderen ist eher das Gegenteil das Problem: Die meisten Menschen essen zu wenig Protein für ihre sportlichen Ziele, nicht zu viel. Ein sehr hoher Faktor über 2,2 g/kg bringt allerdings auch keinen Zusatznutzen mehr – das Geld für Extra-Shakes ist dann besser in normale Lebensmittel investiert.
Protein schadet gesunden Nieren nicht. Der verbreitete Mythos stammt aus Untersuchungen an Menschen mit bestehender Nierenerkrankung. Bei Nierenerkrankung, Leberproblemen oder anderen Vorerkrankungen die Eiweißmenge aber ärztlich abklären – und bei hoher Zufuhr stets ausreichend trinken.
Mehr ist nicht besser: Ein Faktor über 2,2 g/kg bringt keinen Zusatznutzen mehr – das Geld für Extra-Shakes ist dann besser in normale Lebensmittel investiert.
Protein beim Abnehmen
In der Diät ist Eiweiß der wichtigste Makronährstoff. Es schützt im Kaloriendefizit die Muskelmasse, sodass du Fett verlierst statt wertvoller Muskeln. Zugleich sättigt Protein am stärksten von allen Makros und hat den höchsten thermischen Effekt – rund 20–30 % der Eiweißkalorien gehen schon für die Verdauung drauf. Beides macht das Defizit leichter durchhaltbar.
Deshalb liegt die Empfehlung in einer Diät mit 2,0–2,4 g/kg sogar höher als beim reinen Muskelaufbau. Wer abnimmt, sollte die Proteinmenge also nicht mitkürzen, sondern eher anheben – gespart wird bei Kohlenhydraten und Fett. Die passende Gesamtkalorienzahl liefert der Kalorienbedarf-Rechner.
Tierische und pflanzliche Quellen
Gute Eiweißlieferanten sind Magerquark, körniger Frischkäse, Eier, Geflügel, Fisch und mageres Fleisch. Pflanzlich liefern Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen), Tofu, Tempeh, Sojaprodukte und Seitan reichlich Protein. Pflanzliche Quellen haben oft ein etwas unvollständigeres Aminosäureprofil – das gleichst du leicht aus, indem du sie kombinierst (etwa Hülsenfrüchte mit Getreide) und insgesamt etwas mehr isst. Wer rein pflanzlich isst, plant am besten bewusst eine Proteinquelle in jede Mahlzeit ein.
| Lebensmittel | Protein |
|---|---|
| Hähnchenbrust (roh) | 23 g |
| Magerquark | 12 g |
| Linsen (gekocht) | 9 g |
| Eier | 13 g |
| Tofu | 12 g |
| Lachs | 20 g |
| Haferflocken | 13 g |
| Whey-Pulver | 75 g |
Proteinbedarf im Alter
Mit den Jahren steigt der relative Eiweißbedarf, statt zu sinken.
Ältere Menschen reagieren weniger empfindlich auf den Muskelaufbaureiz von Protein („anabole Resistenz“) – sie brauchen pro Mahlzeit etwas mehr Eiweiß, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Fachgesellschaften empfehlen ab etwa 65 Jahren rund 1,0–1,2 g/kg statt der 0,8 g/kg für jüngere Erwachsene, bei aktiven Senioren auch mehr.
Der Grund ist der altersbedingte Muskelabbau (Sarkopenie), der Selbstständigkeit und Sturzsicherheit bedroht. Ausreichend Protein in Kombination mit Krafttraining ist das wirksamste Mittel dagegen – auch im hohen Alter lässt sich Muskulatur noch aufbauen. Wer im Alter zu wenig isst, verliert dagegen schneller Kraft, als ihm lieb ist.
Brauche ich Protein-Shakes?
Nein – Shakes sind ein Convenience-Produkt, kein Muss. Wer seinen Bedarf über normale Lebensmittel deckt, braucht kein Pulver. Praktisch werden Shakes erst, wenn der Bedarf hoch ist und der Alltag wenig Zeit zum Kochen lässt, oder als schnelle Portion nach dem Training, wenn die nächste Mahlzeit noch hin ist. Ein Whey- oder Veganpulver liefert dann 20–25 g Eiweiß in Sekunden, ohne viel Kalorienballast.
Qualitativ unterscheiden sich die meisten seriösen Pulver kaum. Whey (Molkenprotein) wird schnell verdaut und ist bei Mischkost beliebt; pflanzliche Mischungen aus Erbsen- und Reisprotein erreichen ein vollständiges Aminosäureprofil und eignen sich für vegane Ernährung. Wichtiger als die Marke ist, dass das Pulver zu deinem Geschmack und Budget passt – denn das beste Supplement ist das, das du tatsächlich regelmäßig nutzt.
Protein für Ausdauersportler
Eiweiß gilt als Thema der Kraftsportler, doch auch Läufer, Radfahrer und Schwimmer profitieren. Hartes Ausdauertraining beansprucht die Muskulatur, verursacht kleine Muskelschäden und erhöht den Reparaturbedarf. Studien empfehlen für ambitionierte Ausdauersportler rund 1,2–1,6 g/kg – mehr als die DGE-Basis, aber weniger als beim gezielten Muskelaufbau.
Gerade in intensiven Trainingsphasen oder bei hohem Umfang schützt ausreichend Protein vor Muskelabbau und unterstützt die Regeneration. Wer zusätzlich im Kaloriendefizit trainiert – etwa um das Wettkampfgewicht zu senken –, sollte den Eiweißanteil eher am oberen Ende ansetzen, um die für die Leistung wichtige Muskelmasse zu erhalten.
Häufige Fehler
Alles auf eine MahlzeitDer Körper verwertet Eiweiß über den Tag verteilt besser.
3–4 Portionen über den TagMehrere Portionen schlagen eine einzelne große.
Shakes als Pflicht sehenPulver ist nur bequem.
Bedarf über Lebensmittel deckenQuark, Eier, Hülsenfrüchte, Fisch und Fleisch decken den Bedarf genauso.
Protein ohne GesamtbildEiweiß wirkt nur im Rahmen deiner Gesamtkalorien.
Mit Kalorien und Makros planenPlane es zusammen mit dem Kalorienbedarf und der Makro-Verteilung.
In der Diät das Protein kürzenGenau falsch herum: Im Defizit braucht der Körper mehr Eiweiß, um Muskeln zu halten.
Im Defizit eher anhebenGespart wird bei Kohlenhydraten und Fett, nicht beim Protein.
Aufs Ist-Gewicht statt Zielgewicht rechnenBei starkem Übergewicht wird der Bedarf sonst unnötig hoch.
Auf Zielgewicht beziehenBeziehe die Menge auf dein angestrebtes Gewicht oder deine fettfreie Masse.
Reicht vegane Ernährung für den Muskelaufbau?
Ja. Muskeln wachsen mit ausreichend Protein, Trainingsreiz und Kalorienüberschuss – woher das Eiweiß stammt, ist zweitrangig. Vegan lebende Sportler erreichen ihre Ziele genauso, müssen aber etwas bewusster planen: Pflanzliche Quellen sind oft weniger eiweißdicht und einzelne haben ein unvollständigeres Aminosäureprofil. Beides löst sich durch Vielfalt und etwas größere Mengen.
Praktisch heißt das: Hülsenfrüchte, Sojaprodukte (Tofu, Tempeh, Sojamilch), Seitan, Vollkorngetreide und Nüsse über den Tag kombinieren, sodass sich die Aminosäuren ergänzen. Sojaprotein gilt als vollwertig und ist eine besonders gute Basis. Wer Mengen schwer über feste Nahrung schafft, greift zu einem pflanzlichen Proteinpulver. Auf die ausreichende Versorgung mit Vitamin B12, das in rein pflanzlicher Kost fehlt, ist unabhängig vom Protein zu achten.
Entscheidend ist die Gesamtmenge über den Tag – verteilt auf 3–4 Mahlzeiten mit je 20–40 g; in der Diät wird das Protein eher angehoben, nicht gekürzt.
Der Kalorienbedarf-Rechner liefert die passende Gesamtkalorienzahl für dein Ziel.
Der Makro-Rechner teilt deinen Bedarf auf Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett auf.
Häufige Fragen
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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.