Wander-Gehzeit berechnen
Plane die reine Gehzeit deiner Wanderung aus Distanz, Auf- und Abstieg – nach der bewährten DIN-33466-Methode des Deutschen Alpenvereins. Direkt im Browser.
Tour sicher planen – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Der Rechner schätzt die reine Gehzeit deiner Wanderung nach DIN 33466 – der Methode, die auch der Deutsche Alpenverein für Wegschilder nutzt. Sie verrechnet Distanz, Auf- und Abstieg zu einer realistischen Zeit.
Die Distanz deiner Tour in Kilometern.
Die zu überwindenden Höhenmeter bergauf und bergab.
Plus Pausen für die Gesamtdauer.
Die DIN-33466-Formel
Vertikalzeit = Aufstieg / 300 Hm/h + Abstieg / 500 Hm/h
Gehzeit = größerer Wert + ½ × kleinerer Wert Beispiel: 12 km, 600 Hm auf/ab → 3,0 h horizontal, 3,2 h vertikal → 4:42 h
Die Logik dahinter: Horizontale und vertikale Anstrengung lassen sich nicht einfach addieren, weil man nie beides gleichzeitig in voller Intensität leistet. Deshalb zählt der kleinere Anteil nur zur Hälfte.
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Eine Tour mit 12 km Strecke, 600 Höhenmetern Aufstieg und 600 Höhenmetern Abstieg:
Horizontalzeit = 12 ÷ 4 = 3,0 h; Vertikalzeit = 600 ÷ 300 + 600 ÷ 500 = 2,0 + 1,2 = 3,2 h; Gehzeit = 3,2 (größer) + ½ × 3,0 (kleiner) = 3,2 + 1,5 = 4,7 h ≈ 4:42. Die reine Gehzeit beträgt also rund 4 Stunden und 42 Minuten. Wichtig: Hier ist der vertikale Anteil knapp größer, deshalb zählt er voll und der horizontale nur zur Hälfte. Für die Gesamtdauer der Tour kämen noch Pausen, Fotostopps und eine Einkehr dazu – realistisch also gut 6 Stunden unterwegs.
Andere Methoden im Vergleich
Die DIN 33466 ist im deutschsprachigen Raum Standard, aber nicht die einzige Methode. Der Schweizer Alpen-Club (SAC) rechnet ähnlich, setzt aber leicht andere Geschwindigkeiten an. Im angelsächsischen Raum ist Naismith's Rule verbreitet: eine Stunde pro 5 km plus eine Stunde pro 600 Höhenmeter Aufstieg. Alle Verfahren liefern Richtwerte in derselben Größenordnung – die Unterschiede liegen im einstelligen Prozentbereich. Wichtiger als die Wahl der Formel ist, deine eigene Erfahrung einzurechnen: Notiere bei ein paar Touren, wie deine reale Zeit zur berechneten passt, und du kennst deinen persönlichen Faktor.
Der größte konzeptionelle Unterschied liegt im Umgang mit dem Abstieg.
DIN 33466
- Bezieht den Abstieg von Anfang an mit ein (mit 500 Hm/h, also schneller als der Aufstieg mit 300 Hm/h)
- Für lange, steile Abstiege deshalb oft realistischer
- Im internationalen Wanderführer-Kontext weniger verbreitet
Für dich, wenn: du im deutschsprachigen Raum unterwegs bist und lange Abstiege realistisch planen willst.
Naismith's Rule
- Im angelsächsischen Raum und in internationalen Wanderführern verbreitet
- Berücksichtigt in der Grundform nur den Aufstieg und ignoriert den Abstieg
- Abstieg erst über ergänzende Korrekturen (etwa nach Tranter oder Langmuir)
Für dich, wenn: du internationale Wanderführer nutzt – dann solltest du wissen, nach welcher Methode deren Zeiten berechnet sind, sonst verschätzt man sich systematisch.
Warum Höhenmeter so viel ausmachen
Wanderanfänger schauen oft nur auf die Streckenlänge und unterschätzen die Höhenmeter dramatisch. Dabei sind 12 flache Kilometer (3 Stunden) und 12 Kilometer mit 900 Höhenmetern (über 5 Stunden) völlig verschiedene Unternehmungen. Jeder Höhenmeter bergauf ist Hubarbeit gegen die Schwerkraft – mühsam und zeitintensiv. Die DIN-Formel bildet das mit 300 Höhenmetern pro Stunde im Aufstieg ab, also rund 12 Sekunden pro Höhenmeter.
Praktisch heißt das: Eine kurze, aber sehr steile Tour kann länger dauern und anstrengender sein als eine lange flache. Beim Planen lohnt sich deshalb immer der Blick auf das Höhenprofil, nicht nur auf die Kilometerzahl. Auch die Kondition wird stärker von den Höhenmetern als von der Distanz gefordert – wer bergauf trainiert, ist auf Touren besser vorbereitet als jemand, der nur flache Strecken geht.
Gehzeit mit Kindern und in Gruppen
Die DIN-Werte gelten für durchschnittlich geübte Erwachsene – mit Kindern oder großen Gruppen gelten sie nicht. Kinder gehen je nach Alter deutlich langsamer und brauchen häufigere Pausen, mehr Motivation und Abwechslung. Als grobe Regel solltest du mit kleinen Kindern die berechnete Zeit großzügig verdoppeln und ohnehin nur kurze, abwechslungsreiche Touren wählen.
Auch in größeren Gruppen sinkt das Tempo: Die Gruppe ist immer nur so schnell wie ihr langsamstes Mitglied, und Pausen ziehen sich, weil nicht alle gleichzeitig startklar sind. Plane für Gruppen einen Aufschlag ein und richte das Tempo an den Schwächeren aus. Eine ehrliche Zeitplanung sorgt dafür, dass die Tour für alle ein Genuss bleibt und niemand erschöpft oder im Dunkeln ankommt.
Gehzeiten typischer Touren
Zur Orientierung, bevor du selbst rechnest, einige Beispieltouren mit ihrer reinen DIN-Gehzeit (ohne Pausen):
| Strecke | Höhenmeter (auf/ab) | Gehzeit |
|---|---|---|
| 6 km | 200 / 200 | ≈ 1:50 |
| 10 km | 400 / 400 | ≈ 3:15 |
| 12 km | 600 / 600 | ≈ 4:42 |
| 15 km | 900 / 900 | ≈ 6:15 |
| 20 km | 1200 / 1200 | ≈ 8:30 |
Rechne zu diesen Gehzeiten immer Pausen dazu. Eine Tagestour mit 6 Stunden Gehzeit dauert mit Rasten, Gipfelpause und Einkehr schnell 8 Stunden – das gehört in die Zeitplanung, damit du nicht in die Dämmerung gerätst.
Verpflegung und Sicherheit
Die berechnete Gehzeit ist die Grundlage für die Tourenlogistik. Plane pro Stunde grob 0,5 Liter Flüssigkeit ein, bei Hitze mehr, und nimm ausreichend Verpflegung mit – gerade bei langen Touren ohne Hütte unterwegs. Wer früh genug startet, hat Puffer für unvorhergesehene Verzögerungen und kommt vor Einbruch der Dunkelheit ans Ziel.
Zur Sicherheit gehört, die Tour ehrlich an die schwächste Person der Gruppe und an die eigene Kondition anzupassen. Wetterbericht prüfen, Wetterumschwünge in den Bergen ernst nehmen und im Zweifel umkehren. Die Gehzeit hilft, Hütten-Öffnungszeiten und letzte Seilbahnfahrten realistisch einzuplanen – ein häufiger Stolperstein bei alpinen Touren. Den Energiebedarf der Wanderung schätzt der Kalorienverbrauch-Rechner.
Häufige Fehler bei der Tourenplanung
Pausen vergessenDie DIN-Zeit ist reine Gehzeit. Ohne eingeplante Pausen liegt die reale Tourdauer deutlich höher.
Pausen addierenRechne pro Stunde grob 10–15 Minuten Pause und Einkehr dazu.
Abstieg unterschätzenBergab ist man zwar schneller, aber steile Abstiege kosten Kraft und gehen auf die Knie – sie fließen zu Recht in die Rechnung ein.
Gelände beachtenIn weglosem, ausgesetztem oder verschneitem Terrain dauert es länger – ein Zuschlag von 20–50 % ist dann realistisch.
Eigene Fitness überschätzenDie Faustwerte gelten für durchschnittlich Geübte. Wer untrainiert oder mit schwerem Gepäck unterwegs ist, braucht länger.
Eigene Fitness ehrlich einschätzenDie Faustwerte (4 km/h, 300/500 Hm/h) gelten für durchschnittlich Geübte. Passe sie an deine Erfahrung an.
Gelände und Wetter ignorierenSchnee, Nässe, weglose Passagen und Hitze verlängern die Zeit teils erheblich – ein Zuschlag von 20–50 % ist dann angebracht.
Gelände und Wetter einplanenBei schwierigen Bedingungen die berechnete Zeit großzügig nach oben korrigieren.
Die DIN-Zeit ist die reine Gehzeit – für die Gesamtdauer kommen Pausen, Gelände und Fitness obendrauf.
Wie viel Energie deine Tour kostet, schätzt der Kalorienverbrauch-Rechner über den MET-Wert fürs Wandern; deine zurückgelegten Schritte rechnest du mit Schritte in km um.
Der Kalorienverbrauch-Rechner schätzt den Verbrauch übers Wandern per MET-Wert.
Rechnet deine zurückgelegten Schritte in Distanz um.
Häufige Fragen
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