Übersetzung berechnen
Berechne Übersetzungsverhältnis, Entfaltung und Geschwindigkeit aus Kettenblatt, Ritzel und Trittfrequenz – für Rennrad, Gravel und MTB.
Die passende Übersetzung fürs Terrain – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Aus Kettenblatt, Ritzel, Radumfang und Trittfrequenz berechnet das Tool drei Werte: das Übersetzungsverhältnis, die Entfaltung (Meter pro Kurbelumdrehung) und deine Geschwindigkeit.
Die Zähnezahlen von vorderem Kettenblatt und hinterem Ritzel.
Der Umfang deines Reifens und die Kadenz, mit der du kurbelst.
Die drei Ergebniswerte erscheinen sofort oben im Rechner.
Die Formeln
Entfaltung [m] = Übersetzung × Radumfang [m]
Geschwindigkeit [km/h] = Entfaltung × Trittfrequenz × 60 / 1.000 Beispiel: 50/16 = 3,13 · × 2,105 m = 6,58 m · × 90 × 60 / 1.000 = 35,5 km/h
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Du fährst ein 50er-Kettenblatt auf einem 16er-Ritzel, mit 700×25C-Reifen (Umfang 2,105 m) bei 90 Umdrehungen pro Minute:
Pro Pedalumdrehung rollst du also 6,58 Meter weit, und bei 90 Umdrehungen pro Minute ergibt das 35,5 km/h. Schaltest du auf ein kleineres 13er-Ritzel, steigt die Übersetzung auf 3,85 und das Tempo bei gleicher Trittfrequenz auf rund 43,7 km/h – allerdings brauchst du dafür auch mehr Kraft.
Entfaltung gängiger Gänge
| Kettenblatt / Ritzel | Übersetzung | Entfaltung |
|---|---|---|
| 34 / 28 (Berg) | 1,21 | 2,56 m |
| 34 / 19 | 1,79 | 3,77 m |
| 50 / 19 | 2,63 | 5,55 m |
| 50 / 16 | 3,13 | 6,58 m |
| 50 / 11 (schnell) | 4,55 | 9,59 m |
Tempo bei verschiedenen Trittfrequenzen
Die gleiche Übersetzung bringt je nach Trittfrequenz ein anderes Tempo. Die Tabelle zeigt für die Beispielübersetzung 50/16 (Entfaltung 6,58 m), wie sich die Geschwindigkeit mit der Kadenz ändert:
| Trittfrequenz | Geschwindigkeit |
|---|---|
| 70 U/min | 27,6 km/h |
| 80 U/min | 31,6 km/h |
| 90 U/min | 35,5 km/h |
| 100 U/min | 39,5 km/h |
| 110 U/min | 43,4 km/h |
Das zeigt, warum erfahrene Fahrer lieber schalten als die Frequenz extrem hoch- oder runterzufahren: Mit der passenden Übersetzung hältst du eine angenehme, kraftsparende Kadenz, während sich das Tempo über die Gangwahl regelt.
Typische Schaltgruppen und ihre Bandbreite
Die Wahl von Kettenblättern und Kassette bestimmt deine nutzbare Bandbreite. Gängige Setups im Überblick:
- Kompakt 50/34 mit 11–32
Der Allrounder am Rennrad – genug Berggang für die meisten Anstiege und ausreichend schwere Gänge fürs Flache. Für Hobbyfahrer die beliebteste Kombination.
- Standard 53/39 mit 11–28
Sportlicher, mit schwereren Gängen fürs schnelle Fahren – eher für kräftige und trainierte Fahrer in flacherem Gelände.
- 1-fach Gravel 40 mit 10–44
Ein Kettenblatt, breite Kassette – simpel und robust, mit großer Spanne für wechselndes Gelände, aber gröberen Gangsprüngen.
- MTB 32 mit 10–52
Sehr breite Bandbreite für steile Trails – kleinster Gang für extreme Anstiege, ohne vorderes Umwerfen schalten zu müssen.
Übersetzung am Berg richtig wählen
Am Anstieg trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer keinen ausreichend leichten Gang hat, würgt sich mit niedriger Frequenz den Berg hinauf und ermüdet schnell. Als Orientierung sollte der kleinste Gang eine Entfaltung um 2,5 Meter oder weniger ermöglichen, damit auch steile Rampen mit runder Trittfrequenz machbar bleiben. Für sehr bergiges Gelände oder mit Gepäck darf es noch leichter sein.
Praktisch heißt das oft: ein kleines Kettenblatt (34 oder weniger) kombiniert mit einem großen Ritzel (32 oder mehr). Lieber eine Reserve nach unten haben und sie nicht brauchen, als am steilen Berg im viel zu schweren Gang zu stehen.
Den Energieaufwand am Berg – vor allem die Höhenmeter – schätzt der Kalorienverbrauch-Radfahren-Rechner ab.
Welche Übersetzung wofür?
- Flach & schnell
Große Übersetzung (großes Kettenblatt, kleines Ritzel) – viel Entfaltung pro Tritt, ideal für hohes Tempo in der Ebene.
- Berg & steil
Kleine Übersetzung (kleines Kettenblatt, großes Ritzel) – wenig Entfaltung, dafür rund treten am Anstieg.
- Runde Trittfrequenz
Wähle die Übersetzung so, dass du bei 85–95 U/min bleibst – das schont die Knie und spart Kraft.
Den genauen Radumfang für die Rechnung liefert der Reifenumfang-Rechner, deine Leistung dazu der Watt/kg-Rechner.
Was bedeutet Entfaltung?
Die Entfaltung ist die Strecke, die du mit einer einzigen vollen Kurbelumdrehung zurücklegst – gemessen in Metern. Sie ist anschaulicher als das nackte Übersetzungsverhältnis, weil sie die Radgröße einbezieht: Dasselbe Verhältnis ergibt auf einem 28-Zoll-Rad mehr Entfaltung als auf einem 26-Zoll-Rad. Eine Entfaltung von 6,58 Metern heißt schlicht: ein Tritt, 6,58 Meter Strecke.
Die Entfaltung macht Gänge über verschiedene Räder hinweg vergleichbar – ideal, wenn du Setups vergleichst oder das richtige Berg- und Schnellfahrgefühl suchst. Kleine Entfaltung (unter 3 m) ist Klettergang, große Entfaltung (über 8 m) der schnelle Gang fürs Flachland und bergab. Den exakten Radumfang für die Rechnung liefert der Reifenumfang-Rechner.
Welche Übersetzung für Anfänger?
Einsteiger fahren meist zu schwere Gänge – sie treten mit viel Kraft und niedriger Frequenz, was die Knie belastet und schnell ermüdet. Besser ist eine eher leichte Übersetzung, die runde 80–90 Trittumdrehungen pro Minute erlaubt. Für hügeliges Gelände lohnt eine Kompaktkurbel (50/34) mit einer breiten Kassette (z. B. bis 32 oder 34 Zähne hinten), damit auch steile Anstiege gut zu treten sind.
Die Faustregel: Lieber einen Gang zu leicht als zu schwer. Wer am Berg noch rund tritt, statt sich abzuwürgen, fährt effizienter und gelenkschonender. Mit wachsender Erfahrung und Kraft ergeben sich die schwereren Gänge von selbst. Wichtiger als Heldentum am Berg ist eine gleichmäßige, runde Trittfrequenz.
Die richtige Trittfrequenz
Die Trittfrequenz (Kadenz) beschreibt, wie oft du pro Minute kurbelst. Die meisten Radsportler fahren am effizientesten bei 80–95 U/min. Eine höhere Frequenz bei kleinerem Gang belastet eher das Herz-Kreislauf-System, eine niedrige Frequenz mit schwerem Gang eher die Muskulatur und Gelenke. Über die Übersetzung wählst du, in welchem Bereich du dich bewegst.
Praktisch heißt das: Wird die Frequenz am Anstieg zu niedrig (unter 70), schalte in einen leichteren Gang; dreht sie im Flachen zu hoch (über 100) ohne Tempogewinn, schalte schwerer. So bleibst du im kraftsparenden Bereich. Wer das Gefühl noch nicht hat, kann die Kadenz am Radcomputer ablesen und sich daran orientieren, bis die runde Frequenz zur Gewohnheit wird.
Häufige Fehler bei der Übersetzung
Zu schwere Gänge tretenNiedrige Frequenz mit viel Kraft belastet die Knie und ermüdet schnell.
Leichter schalten und rund tretenEine runde, hohe Kadenz schont Knie und Kraft.
Im extremen Schräglauf fahrenGroßes Kettenblatt plus größtes Ritzel (oder umgekehrt) verschleißt die Kette.
Kreuzkombinationen vermeidenSolche Schräglauf-Stellungen meiden – sie kosten Kette und Effizienz.
Falschen Radumfang ansetzenEin grob geschätzter Umfang verfälscht Entfaltung und Tempo.
Exakten Wert ermittelnDen genauen Umfang im Reifenumfang-Rechner bestimmen.
Bandbreite ignorierenEntscheidend ist nicht die Gangzahl, sondern die Spanne zwischen leichtestem und schwerstem Gang.
Auf die Bandbreite achtenDie nutzbare Spanne passend zum Gelände wählen.
Entscheidend ist nicht die Gangzahl, sondern die nutzbare Bandbreite zwischen kleinster und größter Übersetzung – und eine runde Trittfrequenz von 80–95 U/min.
1-fach, 2-fach oder 3-fach?
Moderne Räder setzen zunehmend auf 1-fach-Antriebe (ein Kettenblatt vorne, eine breite Kassette hinten) – simpel, wartungsarm und am Gravelbike oder MTB beliebt. Klassische 2-fach-Rennräder bieten dafür feinere Abstufungen und eine größere Gesamtbandbreite, was am Berg und im flachen Schnellfahren von Vorteil ist. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Kettenblätter, sondern die nutzbare Bandbreite zwischen kleinster und größter Übersetzung – und ob die Sprünge zwischen den Gängen für dein Gelände passen. Vergleiche dazu die Entfaltung im kleinsten und größten Gang: Sie zeigt dir, wie steil du gerade noch rund treten kannst und wie schnell du bergab mitkurbeln kannst.
Der Reifenumfang-Rechner liefert den genauen Wert für Entfaltung und Tempo.
Der Watt/kg-Rechner setzt deine FTP ins Verhältnis zum Gewicht.
Der Kalorienverbrauch-Rechner schätzt den Energieaufwand inklusive Höhenmeter.
Häufige Fragen
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