Idealgewicht berechnen
Dein Idealgewicht nach vier etablierten Formeln – mit ehrlicher Einordnung, warum „das eine“ Idealgewicht ein Mythos ist. Direkt im Browser.
Gewicht zuverlässig im Blick – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Der Idealgewicht-Rechner stellt vier etablierte Formeln nebeneinander – bewusst, denn jede wurde für einen anderen Zweck entwickelt und liefert ein etwas anderes Ergebnis. Statt eines einzelnen „richtigen“ Werts bekommst du einen Korridor, in dem dein gesundes Gewicht liegt.
Mehr braucht es für die klassischen Formeln nicht.
Die Headline zeigt den gesunden BMI-Bereich, die Kacheln die Einzelformeln.
Die vier Formeln
Devine: 50 + 2,3 × (Zoll − 60) ♂ / 45,5 + 2,3 × (Zoll − 60) ♀
Lorentz ♂: Größe − 100 − (Größe − 150) / 4
BMI-Normalbereich: 18,5 bis 24,9 × Größe [m]² Zoll = Größe in cm / 2,54
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Frau, 168 cm groß. So rechnet jede Formel:
Devine: Zoll = 168 ÷ 2,54 = 66,1 → 45,5 + 2,3 × (66,1 − 60) = 59,5 kg
Lorentz ♀: 168 − 100 − (168 − 150) / 2 = 59 kg
BMI-Bereich: 18,5–24,9 × 1,68² = 52–70 kg
Die Einzelformeln liegen also zwischen rund 58 und 60 kg, der gesunde BMI-Korridor spannt sich von 52 bis 70 kg. Diese Spannweite ist gewollt – sie zeigt, dass „Idealgewicht“ keine exakte Wissenschaft ist, sondern eine Orientierung.
Zweites Beispiel
Mann, 178 cm: Broca ergibt rund 70 kg, Devine 73 kg, Lorentz 71 kg, der gesunde BMI-Bereich reicht von 59 bis 79 kg. Auch hier liegen die Punktformeln eng beieinander, während der BMI-Korridor die ganze Bandbreite gesunder Gewichte abdeckt.
Die vier Formeln im direkten Vergleich
Wie weit die Formeln auseinanderliegen, zeigt der Blick über mehrere Körpergrößen (Werte für Männer, gerundet):
| Größe | Broca | Devine | Lorentz | BMI-Korridor |
|---|---|---|---|---|
| 165 cm | 59 | 61 | 61 | 50–68 |
| 175 cm | 68 | 70 | 69 | 57–76 |
| 185 cm | 77 | 79 | 76 | 63–85 |
| 195 cm | 86 | 88 | 84 | 70–95 |
Die Punktformeln (Broca, Devine, Lorentz) liefern fast immer einen Wert im unteren Drittel des BMI-Korridors – sie zielen auf ein eher schlankes „Ideal“. Der BMI-Bereich ist realistischer, weil er Muskelmasse und Körperbau Raum lässt.
Warum es das eine Idealgewicht nicht gibt
Keine dieser Formeln kennt deine Körperzusammensetzung. Ein muskulöser Mensch wiegt bei gleicher Größe deutlich mehr als ein untrainierter – ohne dass das ungesund wäre. Deshalb ist der wichtigere Maßstab im Alltag das Wohlfühlgewicht: das Gewicht, bei dem du gesund, leistungsfähig und zufrieden bist.
Der BMI taugt als grobe Bevölkerungsstatistik, individuell ist er begrenzt aussagekräftig. Aussagekräftiger sind der Körperfettanteil oder der Taillenumfang. Im Alter (ab etwa 65) gilt ein leicht höherer BMI sogar als günstig, weil etwas Reserve vor Krankheitsphasen schützt.
Idealgewicht wird meist mit Abnehmen verbunden – doch auch ein zu niedriges Gewicht ist ein Gesundheitsthema. Ein BMI unter 18,5 kann mit Nährstoffmangel, Hormonstörungen, geschwächtem Immunsystem und Knochenschwund einhergehen. Bei Sportlern, besonders in ausdauer- und ästhetikbetonten Disziplinen, droht das „Relative Energiedefizit im Sport“ (RED-S), wenn dauerhaft zu wenig Energie zur Verfügung steht.
Wenn das Gewicht zu niedrig ist
Wer gesund zunehmen möchte, geht im Prinzip umgekehrt vor wie beim Abnehmen: ein moderater Kalorienüberschuss plus Krafttraining, damit das Plus überwiegend als Muskelmasse und nicht nur als Fett ankommt. Auch hier gilt Geduld – ein langsamer, stetiger Aufbau ist nachhaltiger und gesünder als ein schnelles Hochfüttern. Bei ungewolltem oder starkem Untergewicht gehört die Ursache ärztlich abgeklärt.
Die Grenzen des BMI im Detail
Der Body-Mass-Index wurde im 19. Jahrhundert für die Bevölkerungsstatistik entwickelt, nicht für die Bewertung einzelner Menschen. Sein größtes Manko: Er kennt nur Gewicht und Größe, nicht die Zusammensetzung. Ein muskulöser Kraftsportler landet damit oft rechnerisch im „Übergewicht“, obwohl sein Körperfettanteil niedrig ist. Umgekehrt kann jemand mit normalem BMI, aber wenig Muskeln und viel Bauchfett („skinny fat“) ein erhöhtes Gesundheitsrisiko tragen.
Aussagekräftiger sind deshalb Kombinationen: BMI plus Taillenumfang, oder direkt der Körperfettanteil. Erst diese zusätzlichen Werte zeigen, ob ein Gewicht außerhalb des „Normbereichs“ tatsächlich problematisch ist oder schlicht aus viel Muskelmasse resultiert.
BMI selbst berechnen und einordnen
Der BMI ist die Basis des gesunden Korridors. Du berechnest ihn, indem du dein Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat deiner Größe in Metern teilst. Eine Person mit 70 kg und 1,75 m kommt auf 70 ÷ (1,75 × 1,75) = 70 ÷ 3,06 ≈ 22,9 – ein Wert mitten im Normalbereich.
| BMI | Kategorie |
|---|---|
| unter 18,5 | Untergewicht |
| 18,5–24,9 | Normalgewicht |
| 25,0–29,9 | Übergewicht (Präadipositas) |
| 30,0–34,9 | Adipositas Grad I |
| 35,0 und mehr | Adipositas Grad II–III |
Diese Grenzen gelten für Erwachsene mittleren Alters und nicht für Kinder, Schwangere oder Hochleistungssportler. Für Kinder und Jugendliche gibt es alters- und geschlechtsabhängige Perzentilkurven statt fester Grenzwerte – der Erwachsenen-BMI ist dort nicht anwendbar.
Idealgewicht je nach Sportart
Im Sport gibt es kein universelles Idealgewicht – jede Disziplin belohnt einen anderen Körperbau. Marathonläufer und Bergsteiger profitieren von einem niedrigen Gewicht, weil jedes Kilo bergauf und über die Distanz Energie kostet. Sprinter, Werfer und Kraftsportler dagegen brauchen Muskelmasse und liegen oft deutlich über dem „Formel-Ideal“, ohne ungesund zu sein.
Deshalb ist die Frage „Was ist mein Idealgewicht?“ immer auch eine Frage des Ziels. Wer leistungsorientiert trainiert, sollte weniger auf eine Gewichtsformel und mehr auf Körperfettanteil, Kraftwerte und das eigene Wohlbefinden achten. Die Formeln hier liefern den Rahmen, nicht die Punktlandung.
Idealgewicht im Alter und bei Frauen
Das günstigste Gewicht verschiebt sich über das Leben. Ab etwa 65 Jahren gilt ein leicht höherer BMI (bis rund 27) als vorteilhaft: Eine kleine Gewichtsreserve schützt in Krankheitsphasen und beugt gefährlichem Muskelabbau vor. Ein zu niedriges Gewicht ist im Alter oft riskanter als ein moderat erhöhtes.
Frauen haben physiologisch einen höheren essenziellen Fettanteil als Männer – ein gesundes Gewicht liegt bei ihnen relativ betrachtet etwas anders. Die klassischen Formeln berücksichtigen das nur grob über den Geschlechterfaktor. Wichtiger als die Formel ist auch hier, wie leistungsfähig und wohl du dich fühlst.
Idealgewicht
- Schnelle Orientierung ohne Messung
- Liefert einen gesunden Korridor als Rahmen
- Kennt weder Muskelmasse noch Körperbau
Für dich, wenn: du einen groben Zielbereich suchst, an dem du dich orientieren kannst.
Wohlfühlgewicht
- Gewicht, das du ohne ständigen Verzicht hältst
- Berücksichtigt Schlaf, Leistung und Zufriedenheit
- Lässt sich nicht aus einer Formel ablesen
Für dich, wenn: du ein Gewicht suchst, das gesund ist und sich mit deinem Leben verträgt.
Idealgewicht oder Wohlfühlgewicht?
Das rechnerische Idealgewicht ist ein statistischer Mittelwert – das Wohlfühlgewicht ist dein persönlicher Bestwert. Es ist das Gewicht, bei dem du gut schläfst, leistungsfähig bist, dich im Spiegel wohlfühlst und das du ohne ständigen Verzicht halten kannst. Bei vielen Menschen liegt es etwas über dem niedrigsten „Idealwert“ der Formeln, und das ist völlig in Ordnung.
Ein Gewicht, das du nur mit Dauerdiät und schlechter Laune erreichst, ist kein gesundes Ziel – selbst wenn eine Formel es ausspuckt. Nachhaltiger ist ein Gewicht im gesunden BMI-Korridor, das sich mit deinem Alltag verträgt. Gewicht ist außerdem nur eine Kennzahl unter mehreren: Fitness, Kraft, Blutwerte und Körperfettverteilung sagen über deine Gesundheit oft mehr aus als die Zahl auf der Waage.
Das rechnerische Idealgewicht ist nur ein Mittelwert – die wahre Zielgröße ist dein Wohlfühlgewicht im gesunden BMI-Korridor, das du ohne ständigen Verzicht hältst.
Vom Ist- zum Zielgewicht: wie lange dauert das?
Liegst du über deinem Wunschkorridor, lohnt eine realistische Zeitplanung. Ein Kilogramm Körperfett speichert rund 7.000 kcal, ein moderates Tagesdefizit von 500 kcal ergibt also etwa 0,5 kg Verlust pro Woche. Wer 10 kg abnehmen möchte, sollte demnach mit grob 20 Wochen rechnen – nicht mit den vier Wochen, die manche Diät verspricht.
Diese gemächliche Geschwindigkeit ist kein Nachteil, sondern der Schlüssel zum Erfolg: Sie schont die Muskulatur, beugt dem Jojo-Effekt vor und lässt sich in den Alltag integrieren. Je näher du deinem Zielgewicht kommst, desto kleiner sollte das Defizit werden, weil der Körper bei sinkendem Gewicht weniger verbraucht. Den jeweils aktuellen Bedarf liefert der Kalorienbedarf-Rechner, den Fortschritt jenseits der Waage der Körperfett-Rechner.
Häufige Fehler bei der Gewichtsbewertung
Eine einzelne Formel verabsolutierenBroca, Devine und Co. sind grobe Näherungen aus einer Zeit ohne Körperanalyse.
Den Korridor nehmen, nicht einen PunktwertDie Spannweite der Formeln zeigt deinen gesunden Bereich, kein exaktes Punktziel.
Muskelmasse ignorierenWer Kraftsport macht, wiegt mehr, ohne ungesund zu sein.
Den Körperfettanteil heranziehenEr ist dann der ehrlichere Maßstab als jede Gewichtsformel.
Tagesschwankungen überbewertenDas Gewicht schwankt täglich um 1–2 kg durch Wasser, Verdauung und Salz.
Auf den Trend über Wochen achtenAussagekräftig ist nur der Verlauf, am besten morgens und immer gleich gemessen.
Zu schnell zu viel wollenCrash-Diäten kosten Muskeln und enden im Jojo-Effekt.
Nachhaltiges Tempo wählen0,5–1 % Körpergewicht pro Woche ist die nachhaltige Geschwindigkeit.
Was tun mit dem Ergebnis?
Nimm den Korridor als Orientierung, nicht als Vorgabe. Liegst du darüber und möchtest reduzieren, plane ein moderates Defizit über den Kalorienbedarf-Rechner – rund 300–500 kcal unter deinem Bedarf. Krafttraining schützt dabei deine Muskelmasse, sodass du Fett verlierst statt Gewicht um jeden Preis.
Der Kalorienbedarf-Rechner liefert dein moderates Defizit zum Zielgewicht.
Der Körperfett-Rechner zeigt deinen Fortschritt jenseits des reinen Gewichts.
Häufige Fragen
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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.