Pulszonen berechnen
Deine fünf Herzfrequenz-Trainingszonen nach Karvonen – aus Ruhe- und Maximalpuls, mit deiner individuellen Herzfrequenzreserve. Genauer als die alte 220-minus-Alter-Regel.
Genauer als das Handgelenk – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Der Pulszonen-Rechner teilt deinen Trainingsbereich in fünf Zonen ein – nach der Karvonen-Formel, die deine individuelle Herzfrequenzreserve nutzt. Das ist deutlich genauer als prozentuale Modelle, die nur vom Maximalpuls ausgehen.
morgens im Liegen gemessen.
aus einem Feldtest oder geschätzt.
fünf farbige Bereiche mit konkreten Pulswerten.
Die Karvonen-Formel
Karvonen rechnet nicht einfach Prozente vom Maximalpuls, sondern berücksichtigt deine Herzfrequenzreserve (HFR) – die Spanne zwischen Ruhe- und Maximalpuls:
Weil dein Ruhepuls mit besserer Fitness sinkt, wandern die Zonen mit deinem Trainingszustand – ein klarer Vorteil gegenüber der starren 220-minus-Alter-Regel.
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Eine Läuferin mit einem Ruhepuls von 60 bpm und einem Maximalpuls von 190 bpm möchte ihre Grundlagenzone (Zone 2, 60–70 %) bestimmen. Zuerst die Herzfrequenzreserve: 190 minus 60 ergibt 130 bpm.
Ihre Grundlagenausdauer trainiert sie also zwischen 138 und 151 Schlägen pro Minute. In Worten: Multipliziere die Herzfrequenzreserve mit dem Prozentwert der Zone und addiere den Ruhepuls wieder dazu. Sinkt ihr Ruhepuls nach Monaten Training auf 52 bpm, verschiebt sich dieselbe Zone nach unten – ein Effekt, den reine Maximalpuls-Modelle übersehen.
Maximalpuls: Feldtest statt Faustformel
Die alte Regel 220 − Alter streut um bis zu 20 Schläge und unterschätzt ältere Sportler oft. Treffsicherer ist die Tanaka-Formel 208 − 0,7 × Alter. Am genauesten bleibt ein Feldtest: nach gutem Aufwärmen mehrere harte Anstiege all-out laufen und den höchsten gemessenen Wert nehmen – idealerweise mit Brustgurt.
Tanaka, 220−Alter oder Gulati: die Formeln im Vergleich
Es kursieren mehrere Schätzformeln für den Maximalpuls. Sie liefern für dieselbe Person teils deutlich verschiedene Werte – und weil der HFmax die Basis aller Zonen ist, wandert mit ihm das ganze Trainingsmodell.
| Alter | 220 − Alter | Tanaka (208 − 0,7 × A) | Gulati (Frauen) |
|---|---|---|---|
| 25 | 195 | 191 | 185 |
| 35 | 185 | 184 | 179 |
| 45 | 175 | 177 | 173 |
| 55 | 165 | 170 | 167 |
| 65 | 155 | 163 | 161 |
Auffällig: Bei jungen Menschen schätzt 220−Alter höher, bei älteren niedriger als Tanaka – genau dort liegt der Hauptfehler der alten Regel. Die Gulati-Formel (206 − 0,88 × Alter) wurde speziell an Frauen validiert, deren Maximalpuls im Mittel etwas niedriger liegt. Keine Formel ersetzt jedoch den Feldtest: Die individuelle Streuung ist größer als die Unterschiede zwischen den Formeln. Nutze die Schätzung als Startpunkt und korrigiere mit dem höchsten je gemessenen Wert.
Ruhepuls richtig messen
Der Ruhepuls geht direkt in die Karvonen-Rechnung ein – ein falscher Wert verschiebt alle Zonen. Miss ihn morgens direkt nach dem Aufwachen, noch im Liegen, bevor du aufstehst oder zum Handy greifst. Zähle die Schläge 60 Sekunden lang (oder nutze einen Brustgurt) und wiederhole das an mehreren Tagen, um einen stabilen Mittelwert zu bekommen.
Ein gut trainiertes Ausdauerherz schlägt in Ruhe oft nur 40–55 Mal pro Minute, untrainiert eher 60–80. Steigt dein morgendlicher Ruhepuls plötzlich um 5–10 Schläge, ist das ein verlässliches Warnsignal für Übertraining, beginnenden Infekt oder zu wenig Schlaf – dann besser einen Ruhetag einlegen.
Karvonen (Herzfrequenzreserve)
- Bezieht die Herzfrequenzreserve ein – liefert für gut Trainierte mit niedrigem Ruhepuls realistischere, etwas höhere Zonengrenzen
- Bei 70 % und HFmax 190, Ruhepuls 60: (190 − 60) × 0,70 + 60 = 151 bpm
- Braucht einen sauber gemessenen Ruhepuls als zweiten Eingabewert
Für dich, wenn: du strukturierte Ausdauerpläne fährst – hier ist Karvonen die bessere Wahl.
Prozent vom HFmax
- Einfach – viele Apps rechnen Zonen schlicht als feste Prozentsätze des Maximalpulses, etwa „70–80 % von HFmax“
- Ignoriert deinen Ruhepuls und damit deinen Fitnesszustand
- Bei 70 % und HFmax 190: 0,70 × 190 = 133 bpm – 18 Schläge unter Karvonen; wer so „im Grundlagenbereich“ zu trainieren glaubt, läuft real oft zu langsam
Für dich, wenn: dir eine grobe Hausnummer reicht – mehr taugt die schnelle Prozentregel nicht.
Gelten die Zonen auch fürs Rad oder Schwimmen?
Im Prinzip ja, aber die Pulswerte verschieben sich je Sportart. Beim Radfahren liegt der Maximalpuls meist 5–10 Schläge niedriger als beim Laufen, beim Schwimmen sogar noch tiefer – bedingt durch die Körperhaltung, die kühlende Wirkung des Wassers und den kleineren beanspruchten Muskelanteil. Wer ernsthaft mehrere Sportarten betreibt, sollte den Maximalpuls je Disziplin separat bestimmen und eigene Zonen führen.
Im Radsport steuern viele ohnehin lieber über die Leistung in Watt, weil sie – anders als der Puls – sofort und ohne Trägheit reagiert. Den entsprechenden Leistungsbereich liefert der Watt-Rechner mit den FTP-Zonen. Beim Laufen bleibt die Kombination aus Puls für ruhige Einheiten und Pace für harte Reize der bewährte Weg.
Puls oder Pace – was steuert besser?
Die Herzfrequenz ist ein hervorragender Steuerwert, hat aber eine Trägheit: Sie reagiert verzögert auf Tempowechsel und wird von Faktoren wie Hitze, Schlafmangel, Koffein, Stress und dem berüchtigten kardiovaskulären Drift beeinflusst – bei langen Läufen steigt der Puls bei gleichem Tempo langsam an. Deshalb kombinieren viele Läufer Puls mit Pace oder, im Radsport, mit Leistung (Watt). Faustregel: Für ruhige Grundlageneinheiten ist der Puls ideal, für harte Intervalle steuerst du besser über Pace oder Watt, weil das Herz dem schnellen Tempo hinterherhinkt.
Wie sich deine Zonen mit dem Training verändern
Pulszonen sind keine feste Einstellung fürs Leben. Mit zunehmender Ausdauer passt sich dein Herz an: Es pumpt pro Schlag mehr Blut, der Ruhepuls sinkt, und bei gleicher Pace schlägt das Herz langsamer. Über die Karvonen-Formel verschiebt der niedrigere Ruhepuls automatisch deine Zonengrenzen – ein guter Grund, den Ruhepuls regelmäßig nachzumessen und alle paar Monate neu zu rechnen.
Der Maximalpuls dagegen bleibt weitgehend stabil und sinkt nur langsam mit dem Alter – er lässt sich durch Training kaum steigern. Wer also Fortschritte macht, erkennt das nicht an einem höheren HFmax, sondern daran, dass die gleiche Herzfrequenz mit einer schnelleren Pace einhergeht. Diese „aerobe Entkopplung“ zu beobachten – gleicher Puls, mehr Tempo – ist eine der ehrlichsten Fortschrittskontrollen im Ausdauersport.
Häufige Fehler bei der Pulsmessung
Falscher MaximalpulsWer mit einem geschätzten HFmax rechnet, der zu hoch oder zu niedrig liegt, verschiebt alle Zonen.
Feldtest schafft KlarheitEin Feldtest schafft hier Klarheit.
Handgelenk statt BrustgurtOptische Sensoren am Handgelenk schwanken bei Intervallen und Kälte stärker.
Brustgurt nutzenEin Brustgurt ist für ernsthaftes Zonentraining deutlich zuverlässiger.
Tagesform ignorierenBei Hitze, nach schlechtem Schlaf oder im Infekt liegt der Puls höher. An solchen Tagen erreichst du deine gewohnte Pace mit höherem Puls.
Nach Gefühl bremsenAn solchen Tagen lieber nach Gefühl bremsen.
In welcher Zone verbrenne ich am meisten Fett?
Der prozentuale Fettanteil an der Energiebereitstellung ist in den ruhigen Zonen 1–2 am höchsten – daher der Begriff „Fettverbrennungszone“. Daraus folgt aber nicht, dass lockeres Training besser zum Abnehmen ist. In höheren Zonen verbrennst du pro Minute zwar anteilig weniger Fett, dafür absolut mehr Kalorien insgesamt. Was am Ende zählt, ist die Gesamtenergiebilanz über den Tag, nicht das Mischungsverhältnis während einer Einheit.
Mythos Fettverbrennungszone: Für den Fettabbau ist die Zone also zweitrangig – entscheidend ist das Kaloriendefizit über die Ernährung (siehe Kalorienbedarf-Rechner). Der eigentliche Wert der ruhigen Zonen liegt woanders: Sie bauen das aerobe Fundament auf, schonen die Regeneration und lassen sich in großem Umfang durchführen, ohne auszubrennen.
5-Zonen-Modell und polarisiertes Training
Das hier genutzte 5-Zonen-Modell ist im Laufsport am weitesten verbreitet. Daneben gibt es 3-Zonen-Modelle (locker / mittel / hart), die vor allem die Trainingsverteilung verdeutlichen. Beide führen zur selben Kernbotschaft: Die meisten Hobby- wie Profisportler profitieren von polarisiertem Training – rund 80 % der Einheiten in den ruhigen Zonen 1–2, nur etwa 20 % wirklich hart in Zone 4–5.
Die Gefahr lauert im „grauen Bereich“ der Zone 3: zu anstrengend für echte Erholung, zu wenig intensiv für einen starken Reiz. Wer ständig „mittelschnell“ läuft, sammelt Müdigkeit ohne den passenden Trainingsertrag. Klare Trennung in sehr locker und gezielt hart bringt mehr als ein dauerhaftes Wohlfühltempo.
Trainiere polarisiert: rund 80 % in den ruhigen Zonen 1–2, nur etwa 20 % wirklich hart in Zone 4–5 – und meide den „grauen Bereich“ der Zone 3.
Welche Zone wofür?
- Zone 1–2 (50–70 %)
Das Fundament. Lange ruhige Läufe, Regeneration, Fettstoffwechsel – hier sollte der Großteil deines Umfangs liegen.
- Zone 3 (70–80 %)
Zügige Dauerläufe. Effektiv, aber in Maßen – zu viel davon führt ins „graue Trainingsband“.
- Zone 4 (80–90 %)
Schwellentraining. Hebt das Tempo, das du lange halten kannst.
- Zone 5 (90–100 %)
Kurze, harte Intervalle. Maximiert VO₂max – sparsam einsetzen.
Für die passende Lauf-Pace zu deinen Zonen nutzt du den Pace-Rechner.
Deine Ausdauerleistung schätzt der VO₂max-Rechner.
Häufige Fragen
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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.