Kalorienverbrauch berechnen
Wie viele Kalorien verbrennst du beim Laufen, Radfahren, Schwimmen oder im Alltag? Berechnet nach der MET-Methode aus dem Compendium of Physical Activities.
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So funktioniert der Rechner
Der Kalorienverbrauch-Rechner nutzt die MET-Methode – den wissenschaftlichen Standard, um den Energieverbrauch von Aktivitäten zu schätzen. Die MET-Werte stammen aus dem Compendium of Physical Activities, einer Referenzdatenbank mit hunderten erfassten Tätigkeiten.
Jede hat einen hinterlegten MET-Wert.
Beides geht direkt in die Rechnung ein.
Für die gewählte Dauer und pro Stunde.
Was bedeutet MET?
MET steht für Metabolisches Äquivalent. 1 MET ist dein Energieverbrauch in völliger Ruhe (etwa 1 kcal pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde). Eine Aktivität mit 7 MET verbraucht also siebenmal so viel Energie wie ruhiges Sitzen.
In Worten: Multipliziere den MET-Wert der Aktivität mit deinem Körpergewicht in Kilogramm und mit der Dauer in Stunden. Wichtig ist die Umrechnung der Zeit – 45 Minuten sind 0,75 Stunden, 90 Minuten sind 1,5 Stunden.
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Eine 68 kg schwere Frau fährt 90 Minuten zügig Rad (MET 7,5). Erst die Dauer umrechnen: 90 Minuten sind 1,5 Stunden.
Sie verbraucht für die Tour also rund 765 kcal. Würde sie stattdessen 90 Minuten gemütlich spazieren (MET 3,5), wären es nur 7,5 ÷ 3,5 ≈ ein Drittel davon, also etwa 357 kcal. Das zeigt, wie stark die Intensität – also der MET-Wert – den Verbrauch bestimmt, weit mehr als die reine Dauer.
MET-Werte gängiger Sportarten
| Aktivität | MET | kcal/h bei 75 kg |
|---|---|---|
| Spazieren (4 km/h) | 3,5 | 263 |
| Zügiges Gehen (5,5 km/h) | 4,3 | 323 |
| Wandern | 6,0 | 450 |
| Joggen | 7,0 | 525 |
| Radfahren (moderat) | 7,5 | 563 |
| Schwimmen | 8,0 | 600 |
| Laufen (11 km/h) | 11,0 | 825 |
| Seilspringen | 11,0 | 825 |
| Yoga | 2,5 | 188 |
| Krafttraining (moderat) | 5,0 | 375 |
| Fußball | 7,0 | 525 |
| Tennis (Einzel) | 8,0 | 600 |
| Padel (Doppel, Freizeit) | 6,0 | 450 |
| Rudern (kräftig) | 8,5 | 638 |
| Bergaufwandern | 7,8 | 585 |
Die Spalte „kcal/h bei 75 kg“ ist nur ein Bezugswert – wiegst du mehr, verbrauchst du proportional mehr, wiegst du weniger, entsprechend weniger. Ein 90 kg schwerer Mensch verbrennt bei jeder Aktivität rund 20 % mehr als die Tabelle zeigt, ein 60 kg leichter rund 20 % weniger. Genau das rechnet der Rechner oben für dein konkretes Gewicht aus.
Racket-Sportarten sind übrigens ein dankbarer Einstieg, wenn dir Joggen zu eintönig ist: Padel etwa spielt sich im Doppel deutlich zugänglicher als Tennis und kommt trotzdem auf rund 450 kcal pro Stunde. Wie der Einstieg gelingt – von der Buchung bis zu den ersten Schlägen – erklärt der Ratgeber Padel lernen auf padelplaying.com.
Verbrauch und Abnehmen: Bewegung oder Ernährung?
Sport ist gesund – aber zum Abnehmen ist die Ernährung der größere Hebel. Eine Stunde Joggen verbrennt grob 500–700 kcal, die sich mit einem einzigen üppigen Snack schnell wieder einsparen lassen. Der Verbrauch hilft, das Defizit zu vergrößern, ersetzt aber keine durchdachte Kalorienbilanz. Am wirksamsten ist die Kombination: ein moderates Defizit über die Ernährung plus regelmäßige Bewegung, die Muskeln und Stoffwechsel erhält.
Unterschätzt wird dabei oft der Alltag. Die sogenannte NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis) – also Gehen, Stehen, Hausarbeit, Zappeln – macht bei aktiven Menschen mehr aus als das eigentliche Training. Wer im Alltag in Bewegung bleibt, verbrennt über den Tag oft mehrere Hundert Kalorien zusätzlich, ganz ohne Sporteinheit.
Der Nachbrenneffekt (EPOC): Mythos und Wahrheit
Nach intensiver Belastung verbraucht der Körper noch eine Weile mehr Energie als in Ruhe – aber deutlich weniger, als viele glauben.
Nach intensiver Belastung verbraucht der Körper noch eine Weile mehr Energie als in Ruhe – er muss Sauerstoffschulden ausgleichen, Speicher auffüllen und die Körpertemperatur normalisieren. Dieser Nachbrenneffekt (EPOC) ist real, wird aber oft maßlos übertrieben. Realistisch sind es meist nur 5–15 % der während des Trainings verbrannten Kalorien – nach einer harten Intervalleinheit also vielleicht 30–80 kcal extra, nicht die versprochenen „noch stundenlang Hunderte Kalorien“.
Am größten ist der Effekt nach intensiven Intervallen und schwerem Krafttraining, am kleinsten nach lockerem Dauerlauf. Wer also abnehmen will, sollte den Nachbrenneffekt nicht als Hauptstrategie sehen, sondern als kleinen Bonus. Der weitaus größere Hebel bleibt die Summe aus Trainingsverbrauch, Alltagsbewegung und Ernährung.
Warum Männer mehr verbrauchen als Frauen
Bei gleicher Aktivität und gleichem Gewicht verbrennen Männer im Schnitt etwas mehr als Frauen – nicht wegen des Geschlechts an sich, sondern wegen der Körperzusammensetzung. Männer haben tendenziell mehr Muskelmasse und weniger Körperfett, und Muskelgewebe ist stoffwechselaktiver. Da die MET-Formel nur das Gesamtgewicht kennt, bildet sie diesen Unterschied nicht direkt ab; sie unterstellt eine durchschnittliche Zusammensetzung.
Für die alltägliche Schätzung spielt das kaum eine Rolle – die MET-Methode bleibt für beide Geschlechter brauchbar. Wer es genauer braucht, etwa für die Ernährungsplanung, rechnet besser über die fettfreie Masse: Den entsprechenden Grundumsatz nach Katch-McArdle liefert der Grundumsatz-Rechner.
Verbrauch nach Sportart richtig einschätzen
Nicht jede Aktivität ist gleich. Beim Laufen zählt vor allem die Distanz: Pro Kilometer verbrauchst du grob dein Körpergewicht in Kilogramm als Kalorien – weitgehend unabhängig vom Tempo. Beim Radfahren dagegen steigt der Verbrauch stark mit der Geschwindigkeit, weil der Luftwiderstand überproportional wächst (dafür gibt es den eigenen Rad-Rechner). Schwimmen verbraucht relativ viel, weil der Körper Wärme ans Wasser verliert und gegen den Wasserwiderstand arbeitet. Krafttraining hat im Moment einen moderaten Verbrauch, wirkt aber langfristig über mehr Muskelmasse auf den Grundumsatz.
Woher die MET-Werte stammen
Die hinterlegten MET-Werte sind keine Schätzungen aus dem Bauch, sondern stammen aus dem Compendium of Physical Activities – einer wissenschaftlichen Referenzdatenbank, die hunderte Tätigkeiten von der Hausarbeit bis zum Leistungssport mit gemessenen Energiewerten erfasst. Ein MET-Wert beschreibt das Vielfache des Ruheumsatzes: 1 MET ist die Energie, die du im stillen Sitzen verbrauchst, etwa 1 kcal je Kilogramm Körpergewicht und Stunde.
Diese Standardisierung macht Aktivitäten vergleichbar und unabhängig vom Körpergewicht – das Gewicht kommt erst beim Umrechnen in Kalorien wieder ins Spiel. Der Haken: Die Werte sind Durchschnitte. Deine echte Intensität, dein Trainingszustand und deine Bewegungsökonomie können den tatsächlichen Verbrauch nach oben oder unten verschieben. Für eine robuste Schätzung reicht die MET-Methode trotzdem locker aus.
Kalorienverbrauch beim Laufen: die Kilometer-Faustregel
Fürs Laufen gibt es eine besonders einfache Abschätzung: Pro gelaufenem Kilometer verbrauchst du ungefähr dein Körpergewicht in Kilogramm als Kalorien – weitgehend unabhängig vom Tempo. Eine 70 kg schwere Person verbrennt also grob 70 kcal pro Kilometer, über 10 km demnach rund 700 kcal. Schneller zu laufen bringt vor allem deshalb mehr Verbrauch, weil du in derselben Zeit mehr Strecke zurücklegst, nicht weil jeder einzelne Kilometer teurer wäre.
Beim Gehen liegt der Verbrauch pro Kilometer niedriger (grob die Hälfte bis zwei Drittel), weil das Gehen energetisch günstiger ist als das Laufen mit seiner Flugphase. Diese Faustregeln sind praktisch fürs Kopfrechnen unterwegs; für andere Sportarten mit stark tempoabhängigem Verbrauch – allen voran das Radfahren – greift die MET-Methode oben genauer.
Der größte Posten: Bewegung im Alltag (NEAT)
So sehr einzelne Sporteinheiten zählen – über den ganzen Tag betrachtet ist bei vielen Menschen die Alltagsbewegung der größere Hebel. Diese sogenannte NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis) umfasst Gehen, Stehen, Treppensteigen, Hausarbeit, Einkäufe tragen, sogar Zappeln. Zwischen einem überwiegend sitzenden und einem im Alltag aktiven Menschen können hier mehrere Hundert Kalorien pro Tag liegen – oft mehr, als eine einzelne Trainingseinheit bringt.
Das ist eine ermutigende Nachricht: Wer keine Zeit für lange Workouts hat, kann seinen Verbrauch durch Alltagsentscheidungen spürbar heben – Treppe statt Aufzug, kurze Wege zu Fuß, Stehpult, ein Spaziergang nach dem Essen. Diese Bewegungen tauchen in keinem Trainingslog auf, summieren sich aber zuverlässig über die Woche.
Was bedeutet dein Verbrauch fürs Abnehmen?
Ein Kilogramm Körperfett entspricht rund 7.000 kcal. Unsere Beispiel-Radfahrerin müsste ihre 90-Minuten-Tour also knapp neunmal wiederholen, um ein Kilo Fett zu verlieren – vorausgesetzt, sie isst die verbrannten Kalorien nicht wieder dazu. Das ist keine Entmutigung, sondern eine realistische Einordnung: Bewegung wirkt beim Abnehmen vor allem im Zusammenspiel mit der Ernährung.
Sport hat dabei Vorteile, die über die reine Kalorienzahl hinausgehen: Er erhält im Defizit die Muskulatur, hebt die Stimmung, verbessert Schlaf und Insulinempfindlichkeit und macht das Defizit leichter durchhaltbar. Wer den verbrauchten Wert kennt, kann ihn gezielt einplanen – etwa als Puffer an einem geselligen Abend. Den gesamten Tagesbedarf, auf den sich dein Defizit bezieht, liefert der Kalorienbedarf-Rechner.
Häufige Fehler bei der Verbrauchsberechnung
Sport doppelt zählenWer schon einen aktiven Aktivitätsfaktor (PAL) für den Tagesbedarf gewählt hat, darf einzelne Einheiten nicht noch einmal obendrauf rechnen – sonst wird der Verbrauch stark überschätzt.
Sport nur einmal zählenHast du den Trainingsverbrauch schon im PAL, rechne einzelne Einheiten nicht zusätzlich obendrauf.
Brutto- statt Nettoverbrauch annehmenDie MET-Formel zeigt den Bruttoverbrauch. Einen Teil davon hättest du auch im Sitzen verbraucht – der echte Zusatzverbrauch durch das Training liegt etwas niedriger.
Den Ruheanteil abziehenBedenke, dass ein Teil des Bruttoverbrauchs ohnehin angefallen wäre – der echte Zusatzverbrauch liegt etwas niedriger.
Intensität überschätzen„Joggen“ mit vielen Gehpausen ist kein MET 7.
Ehrlich den passenden MET wählenNimm den Wert, der deinem tatsächlichen Tempo entspricht.
Verbrannte Kalorien als Freifahrtschein sehenEine Stunde Sport ist mit einem üppigen Snack schnell wieder eingespart.
Verbrauch als Baustein sehenDer Verbrauch ist ein Baustein, keine Lizenz zum Schlemmen.
Verbrannte Kalorien sind kein Freifahrtschein. Eine Stunde Sport ist mit einem üppigen Snack schnell wieder eingespart – der Verbrauch ist ein Baustein, keine Lizenz zum Schlemmen.
Warum deine Pulsuhr andere Werte zeigt
Pulsuhren schätzen den Verbrauch aus Herzfrequenz, Alter, Gewicht und Geschlecht – und liegen je nach Modell 10–30 % daneben. Die MET-Methode liefert robuste Durchschnittswerte, kennt aber deine Tagesform nicht. Beide Verfahren sind Schätzungen; für die Praxis zählt vor allem, dass du konsistent misst und den Trend beobachtest.
Der Nachbrenneffekt (EPOC) ist real, aber kleiner als oft behauptet – meist nur 5–15 % der Trainingskalorien, vor allem nach intensiven Intervallen. Fürs Radfahren mit seinen tempoabhängigen Besonderheiten gibt es den eigenen Kalorienverbrauch-Radfahren-Rechner; deinen Tagesbedarf insgesamt liefert der Kalorienbedarf-Rechner.
Bewegung wirkt beim Abnehmen vor allem im Zusammenspiel mit der Ernährung – und über den ganzen Tag zählt die Alltagsbewegung (NEAT) oft mehr als die einzelne Trainingseinheit.
- METMetabolisches Äquivalent
- Das Vielfache des Ruheumsatzes. 1 MET ist die Energie im stillen Sitzen, etwa 1 kcal je Kilogramm Körpergewicht und Stunde – eine Aktivität mit 7 MET verbraucht siebenmal so viel.
- NEATAlltagsbewegung
- Non-Exercise Activity Thermogenesis: Gehen, Stehen, Treppen, Hausarbeit, Zappeln. Macht bei aktiven Menschen oft mehr aus als das eigentliche Training.
- EPOCNachbrenneffekt
- Der erhöhte Energieverbrauch nach der Belastung. Real, aber klein – meist nur 5–15 % der Trainingskalorien, am größten nach intensiven Intervallen.
Der Kalorienbedarf-Rechner liefert deinen Tagesbedarf, auf den sich dein Defizit bezieht.
Der Rad-Rechner bildet den stark tempoabhängigen Verbrauch genauer ab.
Häufige Fragen
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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.