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Kalorienverbrauch Krafttraining

Wie viele Kalorien verbrennst du beim Krafttraining? Nach Intensität und Dauer berechnet, optional mit Pausenanteil – und einer realistischen Einordnung des Nachbrenneffekts. Direkt im Browser.

RECHNER · KALORIEN KRAFTTRAINING
kg
min
%
Optional. Die Trainingsarten bilden übliche Satzpausen schon ab – gib hier nur zusätzliche Steh- und Handyzeit an; sie zählt mit Ruhe-Verbrauch (1,5 MET).
DEIN KALORIENVERBRAUCH
450kcal

Bei kräftigem Training mit freien Gewichten in 60 Minuten. Der Nachbrenneffekt bringt danach realistisch 6–15 % obendrauf – hier etwa 27–68 kcal.

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So funktioniert der Rechner

Krafttraining ist beim Kalorienzählen ein Sonderfall: Kurze, harte Sätze wechseln mit Pausen, der Puls sagt wenig über die Muskelarbeit – und kaum eine Zahl wird so oft überschätzt wie der berühmte Nachbrenneffekt. Der Rechner nutzt die MET-Stufen fürs Krafttraining aus dem Compendium of Physical Activities und rechnet auf Wunsch zusätzliche Pausenzeit ehrlich mit niedrigem Ruhe-Verbrauch statt mit dem Trainings-MET.

1 Trainingsart wählen

Maschinen, freie Gewichte oder Zirkel – das bestimmt den MET-Wert (3,5 / 6,0 / 8,0).

2 Gewicht und Dauer eingeben

Die komplette Zeit im Training, vom ersten Aufwärmsatz bis zum letzten Satz.

3 Optional: Pausenanteil angeben

Zusätzliche Steh- und Handyzeit zählt nur mit 1,5 MET – das Ergebnis wird realistischer.

Alle Berechnungen laufen direkt in deinem Browser. Deine Eingaben werden weder übertragen noch gespeichert.

Die Formel

Kalorien = MET × Gewicht [kg] × aktive Zeit [h] + 1,5 × Gewicht × Pausenzeit [h] MET-Stufen 3,5 / 6,0 / 8,0 nach Ainsworth et al. 2011 (Compendium of Physical Activities)

In Worten: Die Trainingszeit wird mit dem MET-Wert deiner Trainingsart und deinem Körpergewicht multipliziert. Gibst du einen zusätzlichen Pausenanteil an, wird dieser Teil der Zeit nur mit 1,5 MET gerechnet – ruhiges Stehen und Sitzen verbrennt nun einmal kaum etwas, auch im Gym.

Beispielrechnung Schritt für Schritt

Eine 80 kg schwere Person trainiert 60 Minuten kräftig mit freien Gewichten (MET 6,0), davon 20 % zusätzliche Pausenzeit:

BEISPIEL: 80 KG, 60 MIN FREIE GEWICHTE (MET 6,0), 20 % EXTRA-PAUSE
AKTIV: 48 MIN × 6,0 MET × 80 KG384 kcal
PAUSE: 12 MIN × 1,5 MET × 80 KG+ 24 kcal
TRAININGSVERBRAUCH≈ 408 kcal
+ NACHBRENNEFFEKT (6–15 %)≈ 24–61 kcal

Die Stunde im Gym kostet also rund 400 kcal – plus einen moderaten Nachbrenn-Bonus. Ohne die Pausen-Korrektur hätte der Rechner 480 kcal ausgegeben; die 72 kcal Unterschied sind genau die Steh- und Handyzeit, die viele Tracker stillschweigend als Training werten.

MET-Werte fürs Krafttraining

MET-WERTE KRAFTTRAINING (AINSWORTH ET AL. 2011)
TrainingsartMETkcal/h bei 75 kg
Leichtes bis moderates Training (Maschinen, 8–15 Wdh.)3,5≈ 263
Kräftiges Training (freie Gewichte, fordernde Sätze)6,0≈ 450
Zirkeltraining (kaum Pausen, hohes Tempo)8,0≈ 600

Zum Vergleich: Lockeres Joggen liegt bei 7–8 MET, zügiges Radfahren bei 8–10. Pro Minute ist klassisches Krafttraining also kein Kalorien-Wunder – sein Stoffwechsel-Effekt läuft über einen anderen Kanal, dazu gleich mehr.

Der Nachbrenneffekt: was EPOC wirklich bringt

Nach dem Training verbraucht der Körper eine Weile mehr Energie als in Ruhe – für Regeneration, Wiederauffüllen der Speicher und Temperaturregulation. Dieser Effekt heißt EPOC (Excess Post-Exercise Oxygen Consumption) und ist real. Nur seine Größe wird chronisch übertrieben: Die Forschung (LaForgia et al. 2006) beziffert ihn auf etwa 6–15 % des Trainingsverbrauchs, das obere Ende nur nach sehr intensiven Einheiten mit schweren Mehrgelenkübungen oder harten Intervallen.

Konkret: Nach 400 kcal Krafttraining sind das 25–60 kcal extra über die folgenden Stunden – ein Espresso mit Milch, kein Festmahl. Marketing-Versprechen von Hunderten Nachbrenn-Kalorien oder einem „24 Stunden brennenden Stoffwechsel“ halten den Messdaten nicht stand. Der Rechner weist den EPOC-Bereich deshalb transparent als Zusatz aus, statt ihn in die Hauptzahl zu mogeln.

Der eigentliche Kalorien-Hebel: Muskelmasse

Warum trotzdem niemand fürs Abnehmen auf Krafttraining verzichten sollte: Muskeln verbrauchen auch in Ruhe Energie – rund 13 kcal je Kilogramm Muskelmasse pro Tag, und über die bessere Alltagsleistung indirekt deutlich mehr. Wer im Kaloriendefizit trainiert, verliert Fett statt Muskeln; wer nur hungert, verliert beides und senkt damit den eigenen Grundumsatz. Das Training wirkt also weniger über die Stunde im Gym als über den Körper, den es rund um die Uhr unterhält.

Drei Werkzeuge dafür: Der 1RM-Rechner übersetzt dein Maximalgewicht in passende Arbeitsgewichte, der Proteinbedarf-Rechner liefert die Eiweißmenge, die den Muskelerhalt sichert (im Defizit 1,6–2,4 g/kg), und der FFMI-Rechner dokumentiert, ob deine fettfreie Masse über die Monate wirklich wächst.

Warum Uhr und Rechner auseinanderliegen

Sportuhren schätzen den Verbrauch über die Herzfrequenz – und die ist beim Kraftsport ein schlechter Zeuge: Ein schwerer Satz Kniebeugen treibt den Puls kurz hoch, in der Pause fällt er wieder, und der Mittelwert unterschätzt die Muskelarbeit. Umgekehrt werten viele Tracker die gesamte Gym-Zeit als Training, inklusive Gerätewechsel und Plausch. Abweichungen von 20–30 % in beide Richtungen sind normal. Die MET-Rechnung über Trainingsart und Dauer ist die robustere Schätzung – ehrlich wird sie, wenn du die zusätzliche Pausenzeit angibst.

Häufige Fehler bei der Verbrauchsschätzung

Auf den Nachbrenneffekt bauenWer 300 kcal Nachbrennen einplant, isst sein Defizit weg – real sind es 25–60 kcal nach einer harten Einheit.

EPOC als kleinen Bonus sehen6–15 % des Trainingsverbrauchs einrechnen – oder ihn schlicht als Sicherheitspuffer ignorieren.

Die ganze Gym-Zeit als Training zählenUmziehen, Gerätewechsel, Handy: Von 90 Minuten im Studio sind oft nur 50–60 Minuten echtes Training.

Trainingszeit ehrlich ansetzenNur die Zeit vom Aufwärmen bis zum letzten Satz eingeben – und lange Zusatzpausen als Pausenanteil.

Krafttraining am Kalorienverbrauch messenWer Krafttraining gegen Cardio nach kcal/h vergleicht, streicht es fälschlich aus dem Abnehmplan.

Muskelerhalt als Hauptnutzen sehenDas Training schützt im Defizit die Muskulatur und damit den Grundumsatz – das ist sein echter Beitrag.

MERKSATZ

Die Stunde Krafttraining verbrennt moderat, der Nachbrenneffekt ist klein – der wahre Stoffwechsel-Gewinn ist die Muskelmasse, die dein Körper danach rund um die Uhr unterhält.

Häufige Fragen

Bei moderatem Gerätetraining rund 260 kcal (75 kg), mit freien Gewichten und fordernden Sätzen etwa 450 kcal, beim Zirkeltraining um 600 kcal. Das ist weniger als beim Ausdauersport – der eigentliche Stoffwechsel-Effekt des Krafttrainings kommt langfristig über die Muskelmasse.
Deutlich kleiner als oft behauptet: Studien zeigen etwa 6–15 % des Trainingsverbrauchs, am oberen Ende nur nach sehr intensiven Einheiten. Nach 400 kcal Training sind das 25–60 kcal extra – ein netter Bonus, aber kein Freifahrtschein. Werbeversprechen von Hunderten Nachbrenn-Kalorien halten der Forschung nicht stand.
Die MET-Stufen bilden ein übliches Verhältnis aus Sätzen und kurzen Pausen bereits ab. Wer aber lange Pausen macht oder viel am Handy hängt, kann den Pausenanteil im Rechner angeben – diese Zeit zählt dann nur mit niedrigem Ruhe-Verbrauch, und das Ergebnis wird ehrlicher.
Pro Minute meist ja – eine Stunde Zone-2-Lauf schlägt eine Stunde Gerätetraining klar. Langfristig dreht sich das Bild: Jedes Kilo zusätzliche Muskelmasse hebt den Grundumsatz, sodass du rund um die Uhr mehr verbrennst. Für die Körperkomposition ist Krafttraining deshalb unverzichtbar, gerade in der Diät.
Uhren schätzen über die Herzfrequenz – und die spiegelt beim Kraftsport die Belastung schlecht wider: Kurze schwere Sätze treiben den Puls kaum so hoch wie Dauerlauf, obwohl die Muskulatur hart arbeitet. Die MET-Rechnung über Intensität und Dauer ist hier meist die realistischere Schätzung.
Beides, mit klarer Rollenverteilung: Das Kaloriendefizit entsteht vor allem über die Ernährung, Cardio vergrößert es, und Krafttraining schützt die Muskulatur, damit der Gewichtsverlust aus Fett besteht. Wer nur hungert und Cardio macht, verliert Muskeln mit – und senkt damit den eigenen Grundumsatz.

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Dieser Rechner liefert Richtwerte auf Basis veröffentlichter Formeln und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Quellen

  1. Ainsworth BE et al. (2011): 2011 Compendium of Physical Activities. Med Sci Sports Exerc 43(8):1575-1581
  2. LaForgia J, Withers RT, Gore CJ (2006): Effects of exercise intensity and duration on the excess post-exercise oxygen consumption. J Sports Sci 24(12):1247-1264
SR
Redaktion sportrechner.com
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