Reifenumfang bestimmen
Den exakten Radumfang für die Tacho-Einstellung – aus der ETRTO-Reifengröße oder per Messung. Damit Geschwindigkeit und Distanz stimmen.
Tempo und Strecke exakt messen – hier erscheint eine kontextuelle Produktempfehlung.
So funktioniert der Rechner
Dein Fahrradcomputer braucht den genauen Radumfang in Millimeter, um Geschwindigkeit und Strecke korrekt zu berechnen. Der Rechner ermittelt ihn aus Felgengröße und Reifenbreite – den beiden Zahlen der ETRTO-Angabe auf deinem Reifen.
622 = 28″/700C, 584 = 27,5″, 559 = 26″.
z. B. 25.
und im Tacho hinterlegen.
Die ETRTO-Angabe verstehen
Auf jeder Reifenflanke steht eine Kennung wie 25-622. Die erste Zahl ist die Reifenbreite in Millimetern, die zweite der Felgen-Innendurchmesser. Daraus ergibt sich der Abrollumfang:
In Worten: Addiere zum Felgen-Innendurchmesser die doppelte Reifenbreite (oben und unten der Reifen) – das ergibt den Außendurchmesser des Rads. Mal der Kreiszahl Pi (3,1416) erhältst du den Umfang, also die Strecke einer vollen Radumdrehung.
Beispielrechnung Schritt für Schritt
Ein Rennradreifen 25-622 (25 mm breit auf 622er-Felge):
Außendurchmesser = 622 + 2 × 25 = 672 mm; Umfang = π × 672 = 3,1416 × 672 ≈ 2.111 mm. Der theoretische Umfang liegt also bei rund 2.111 mm. In der Praxis sinkt er minimal, weil der Reifen unter deinem Gewicht etwas einfedert – deshalb nennen Tabellen oft 2.105 mm für diese Größe. Für die meisten Zwecke ist die Differenz vernachlässigbar; wer es exakt braucht, misst per Abrollmethode (siehe unten).
Umfang gängiger Reifengrößen
| ETRTO | Typ | Umfang |
|---|---|---|
| 23-622 | Rennrad 700×23C | 2.097 mm |
| 25-622 | Rennrad 700×25C | 2.105 mm |
| 28-622 | Rennrad 700×28C | 2.136 mm |
| 40-622 | Gravel 700×40 | 2.224 mm |
| 54-622 | MTB 29×2,1 | 2.300 mm |
| 50-559 | MTB 26×2,0 | 2.074 mm |
| 32-622 | Trekking 700×32C | 2.155 mm |
| 47-622 | Trekking/Gravel 28×1,75 | 2.247 mm |
| 57-584 | MTB 27,5×2,25 | 2.193 mm |
| 37-622 | City/Trekking 28×1,40 | 2.180 mm |
Die Werte sind Richtwerte für Standardreifen bei normalem Druck. Profilstärke und Reifenmodell verschieben den realen Umfang um wenige Millimeter – für maximale Genauigkeit hilft die Abrollmessung weiter unten. Auffällig: Breitere Reifen auf gleicher Felge haben einen deutlich größeren Umfang, weil sie höher aufbauen.
Reifenbreite: der Trend zu mehr Volumen
In den letzten Jahren sind Reifen spürbar breiter geworden – am Rennrad von einst 23 mm hin zu 28 oder 30 mm, am Gravelbike noch deutlich mehr. Der Grund: Breitere Reifen mit niedrigerem Druck rollen auf realem Asphalt oft sogar leichter, dämpfen besser und bieten mehr Pannenschutz und Grip. Der lange geglaubte Vorteil sehr schmaler Reifen hat sich im Labor wie auf der Straße relativiert.
Für den Radumfang bedeutet das: Wer auf breitere Reifen umsteigt, bekommt einen größeren Abrollumfang und muss den Tachowert anpassen. Außerdem muss die Felge zur Reifenbreite passen (moderne Felgen sind breiter geworden) und genug Platz im Rahmen und an den Bremsen sein. Die ETRTO-Angabe hilft, eine verträgliche Kombination aus Felgen- und Reifenbreite zu finden.
Warum der exakte Umfang zählt
Ein falsch hinterlegter Radumfang verfälscht jede Messung deines Speichenmagnet-Tachos – und zwar proportional. Liegt der eingetragene Wert 2 % daneben, zeigt der Computer auch Tempo und Strecke um 2 % falsch an: Aus echten 30 km/h werden 29,4 oder 30,6 km/h, aus 100 km werden 98 oder 102 km. Über eine ganze Saison summieren sich solche Abweichungen zu erheblichen Differenzen in der Kilometerbilanz.
Gerade wer sein Training nach Strecke oder Schnitt steuert, sollte den Umfang deshalb sauber eintragen. Ein häufiger Fehler ist, den Wert nach einem Reifenwechsel auf eine andere Breite nicht anzupassen – ein breiterer Reifen hat einen spürbar größeren Umfang. Nach jedem Wechsel der Reifengröße lohnt sich also ein kurzer Blick in den Rechner.
Zoll-Angabe oder ETRTO?
Reifengrößen werden auf zwei Arten angegeben, was oft für Verwirrung sorgt. Die alte Zoll-Angabe (z. B. 28″ oder 700×25C) ist ungenau, weil verschiedene Hersteller sie unterschiedlich auslegten – zwei „28-Zoll“-Reifen können verschiedene Felgendurchmesser haben. Die ETRTO-Norm (z. B. 25-622) ist dagegen eindeutig: Sie nennt millimetergenau Reifenbreite und Felgendurchmesser.
Für die richtige Reifenwahl ist deshalb immer die ETRTO-Zahl entscheidend, nicht die Zoll-Angabe. Die zweite ETRTO-Zahl (der Felgendurchmesser) muss zu deiner Felge passen: 622 für die meisten 28-Zoll- und Rennräder, 584 für 27,5 Zoll, 559 für 26 Zoll. Die erste Zahl (die Breite) kann in einem gewissen Rahmen variieren – solange Rahmen und Bremsen die Breite zulassen.
- ETRTOEuropean Tyre and Rim Technical Organisation
- Eindeutige Reifennorm wie 25-622: erste Zahl = Reifenbreite in Millimetern, zweite Zahl = Felgen-Innendurchmesser. Millimetergenau und im Gegensatz zur Zoll-Angabe nicht verwechselbar.
- BSDFelgen-Innendurchmesser (Bead Seat Diameter)
- Die zweite ETRTO-Zahl. 622 für die meisten 28-Zoll- und Rennräder, 584 für 27,5 Zoll, 559 für 26 Zoll – muss exakt zu deiner Felge passen.
- ZollZoll-Angabe (z. B. 28″ / 700×25C)
- Die alte, ungenaue Größenangabe: Hersteller legten sie unterschiedlich aus, sodass zwei „28-Zoll“-Reifen verschiedene Felgendurchmesser haben können.
Reifendruck und Belastung
Der reale Abrollumfang ist nicht völlig konstant: Unter Last federt der Reifen ein, sodass der effektive Umfang minimal kleiner wird als der theoretische. Niedriger Reifendruck verstärkt diesen Effekt, hoher Druck verringert ihn. Auch das Fahrergewicht spielt mit hinein – ein schwerer Fahrer drückt den Reifen stärker zusammen.
Für den Alltag sind diese Unterschiede klein (wenige Millimeter), für ambitionierte Datensammler aber messbar. Wer maximale Genauigkeit will, misst den Umfang per Abrollmethode unter realer Belastung – also sitzend auf dem Rad mit dem gewohnten Reifendruck. Das berücksichtigt all diese Faktoren automatisch und schlägt jede Tabelle.
Speichenmagnet-Tacho oder GPS?
Klassische Fahrradcomputer mit Speichenmagnet und Sensor zählen die Radumdrehungen und brauchen deshalb den exakten Umfang – hier lohnt sich die genaue Eingabe besonders. GPS-Geräte ermitteln Strecke und Tempo dagegen über Satellitensignale und sind nicht auf den Radumfang angewiesen; viele nutzen ihn höchstens als Korrektur in Tunneln oder unter dichtem Blätterdach. Wer beides kombiniert (GPS plus Geschwindigkeitssensor), profitiert von der Genauigkeit des Sensors bei schlechtem Empfang – und sollte den Umfang dann korrekt hinterlegen.
Noch genauer: per Abrollmethode messen
Wer es exakt will, misst den Umfang direkt: Ventil unten markieren, mit deinem Gewicht auf dem Rad eine volle Umdrehung abrollen und die zurückgelegte Strecke messen. Das berücksichtigt Reifendruck und Belastung und ist präziser als jede Tabelle. Die so gewonnene Zahl nutzt du anschließend im Übersetzungs-Rechner für Entfaltung und Tempo.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
Der Übersetzungs-Rechner setzt deinen Radumfang in Entfaltung und Geschwindigkeit um.
Häufige Fehler beim Radumfang
Umfang nach Reifenwechsel nicht anpassenEin breiterer oder schmalerer Reifen ändert den Umfang.
Nach jedem Wechsel neu eintragenNach jedem Wechsel der Reifengröße den Wert neu eintragen.
Zoll- statt ETRTO-Wert verwendenDie Zoll-Angabe ist ungenau.
Zweite ETRTO-Zahl nutzenFür die Felgengröße zählt die zweite ETRTO-Zahl (z. B. 622).
Bei plattem Reifen messenZu wenig Druck verkleinert den effektiven Umfang.
Mit Fahrdruck messenImmer mit dem gewohnten Fahrdruck messen oder rechnen.
Theorie und Praxis verwechselnDer berechnete Wert ist der theoretische Umfang; unter Last liegt er minimal darunter.
Korrigierte Tabellenwerte nehmenFür Tachos sind die Tabellenwerte meist schon korrigiert.
Trag den exakten Radumfang in den Tacho ein – schon 2 % daneben verfälschen Tempo und Strecke die ganze Saison über. Maßgeblich ist die ETRTO-Angabe, nicht die Zoll-Zahl.
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